Kri­tik an See­ho­fers Ab­schie­be­zen­tren

Abendzeitung München - - PANORAMA/BAYERN -

Bis zum Herbst will das CSU-ge­führ­te In­nen­mi­nis­te­ri­um un­ter Horst See­ho­fer ein ers­tes Rück­füh­rungs­zen­trum für Flücht­lin­ge in Be­trieb ge­hen las­sen – al­so in et­wa bis zur Land­tags­wahl in Bay­ern. „Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass wir nach den Os­ter­fei­er­ta­gen ein Eck­punk­te­pa­pier vor­le­gen kön­nen.“Das Vor­ha­ben wer­de „höchst prio­ri­tär be­trie­ben“, sag­te In­nen­staats­se­kre­tär Ste­phan May­er (CSU) der „SZ“.

Das Zen­trum wer­de „in Ver­ant­wor­tung der Bun­des­po­li­zei“be­trie­ben. Es sol­le als Mo­dell für die so­ge­nann­ten An­ker­zen­tren die­nen, in de­nen ein­mal das ge­sam­te Asyl­ver­fah­ren ab­ge­wi­ckelt wer­den soll. „Es wür­de sich an­bie­ten, für das Mo­dell­pro­jekt ei­ne schon vor­han­de­ne Ein­rich­tung zu nut­zen“, sag­te May­er. Denk­ba­re Stand­or­te wä­ren Man­ching im Land­kreis Pfaf­fen­ho­fen an der Ilm oder Bam­berg, wo es be­reits Tran­sit­zen­tren gibt.

Bei der Bun­des­po­li­zei löst das in­des we­nig Be­geis­te­rung aus. „Be­wa­chung und Be­treu­ung von Aus­rei­se­pflich­ti­gen ist kei­ne po­li­zei­li­che Auf­ga­be“, sag­te Jörg Ra­dek, Vor­sit­zen­der der Ge­werk­schaft der Po­li­zei in der Bun­des­po­li­zei. „Wir bil­den nicht Po­li­zis­ten aus, um Haft­an­stal­ten zu be­trei­ben.“Die Bun­des­po­li­zei sei vor al­lem für die Straf­ver­fol­gung und Ge­fah­ren­ab­wehr zu­stän­dig. „Auf­ent­halts­be­en­den­de Ent­schei­dun­gen oder Maß­nah­men“sei­en ver­fas­sungs­recht­lich frag­wür­dig. In der Pflicht sieht Ra­dek hier eher Jus­tiz oder das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on.

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