„Ich be­to­ne: Kir­che, nicht Glau­be!“

Abendzeitung München - - LESERFORUM -

Der Gast­bei­trag von Best­sel­ler-Au­tor Fried­rich Ani in der AZ ruft vie­le Re­ak­tio­nen her­vor. Ei­ne Aus­wahl

„See­ho­fer ist ein Un­christ“(13.7.)

Ab­küh­lung tut not

Da hat Fried­rich Ani aber das hei­li­ge Feu­er ge­packt. Horst See­ho­fer gleich zum „Un­chris­ten“zu er­klä­ren – al­so, ich weiß nicht. Muss der CSU-Vor­sit­zen­de, un­christ­lich wie er sein soll, jetzt in der Höl­le schmo­ren? Oder, noch ei­ne Stei­ge­rung, als „An­ti­christ“an­ge­pran­gert wer­den? Ein biss­chen Ab­küh­lung tä­te not. Bei Chris­ten­men­schen und auch bei an­de­ren Gläu­bi­gen.

Ani könn­te sich an See­ho­fer ja auch mit ei­nem Kri­mi aus­to­ben. Und ihm da­bei viel Leid an­tun. Das wä­re auch ei­ne The­ra­pie. Pe­ter Kühn

Mehr ein­schlie­ßen

Sehr schön! Bal­sam für See­le. Aber wir soll­ten nicht ver­ges­sen, auch Sö­der, Do­brindt und ganz be­son­ders Andre­as Scheu­er mit in un­ser Glau­bens­be­kennt­nis ein­zu­schlie­ßen.

Ju­lia­ne Scheer

Ich stim­me zu

Der Zu­zug von Flücht­lin­gen bei uns hat in or­dent­li­chen Bah­nen zu ver­lau­fen und de­ren Be­hand­lung nach un­se­ren Ge­set­zen und Vor­schrif­ten zu er­fol­gen, wo­bei man nicht im­mer dem Buch­sta­ben des Ge­set­zes frö­nen soll­te.

Wie wir aber Frem­den bei uns be­geg­nen soll­ten, soll­te von Men­sch­lich­keit und Em­pa­thie ge­tra­gen sein, wie es ei­nem Kul­tur­volk, das sich auch ein christ­li­ches nennt, ge­bührt!

Herrn Ani stim­me ich grund­sätz­lich zu, be­son­ders dar­in, dass die CSU kei­ne christ­li­che Par­tei ist; denn in ihr steckt zu viel ka­tho­li­sche Kir­che (ich be­to­ne: Kir­che, nicht Glau­be): Schein­hei­lig­keit, Heu­che­lei und Pha­ri­sä­er­tum. Grün­de da­für könn­te ich je­der­zeit nen­nen. Gün­ter Mil­ke

Un­an­ge­bracht

Der Fried­rich Ani ist be­stimmt ein klu­ger und auf­ge­räum­ter Kopf. Wenn Sie aber, re­vol­ver­blatt­mä­ßig, zum wie­der­hol­ten Ma­le, hin­ten die Be­find­lich­kei­ten der „A bis D-Da­beis“schil­dern und vor­ne sol­che Ge­schüt­ze auf­fah­ren, emp­fin­de ich mein Glau­bens­be­kennt­nis miss­braucht.

Die Sa­che hat Herr Ani ge­trof­fen, die Auf­ma­chung ei­nes Glau­bens­be­kennt­nis­ses ist für mich echt un­an­ge­bracht. Mit dem un­ge­eig­ne­ten In­nen­mi­nis­ter aufs Eis zu ge­hen, ist ver­lo­ckend, aber hu­man geht an­ders. Viel­leicht bringt’s ja was, viel­leicht braucht’s des. Aber wer jagt da wen?

Wolf­gang Bau­mann

Lie­ber Herr Ani,

ich dan­ke Ih­nen aus tiefs­tem Her­zen für Ih­re Wor­te. Sie ha­ben mir aus der See­le ge­spro­chen. Ich glau­be, dass es zig Mil­lio­nen Men­schen gibt, die in ih­ren Her­zen Lie­be, Em­pa­thie und freie Ge­dan­ken tra­gen. Ich glau­be dar­an, dass die­se Men­schen jetzt ih­re Stim­me er­he­ben.

Ich hof­fe, dass die­ser „Un­christ“samt sei­ner Ge­folgs­leu­te sehr bald dort­hin zu­rück­kehrt, wo er hin­ge­hört, näm­lich in ei­ne dunk­le Ver­gan­gen­heit. Mö­ge er in un­se­rer Welt kei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen.

Mar­ga­re­tha Ste­phan

Wer­te am Kreuz

Um Fried­rich Anis Glau­bens­be­kennt­nis noch um ei­nen Ab­satz zu er­wei­tern: Ich glau­be, wirk­lich in­tel­li­gen­te Men­schen kön­nen sich nicht über 69 ab­ge­scho­be­ne Af­gha­nen freu­en. Das bleibt den tum­ben, dumpf­ba­cki­gen Mi­s­an­thro­pen vor­be­hal­ten, die ih­re bis­lang we­nigs­tens noch ru­di­men­tär vor­han­de­nen christ­li­chen Wer­te jetzt end­gül­tig ans Kreuz ge­na­gelt ha­ben. Man­fred Ja­go­da

Ist es denn mög­lich?

See­ho­fer ka­piert es wirk­lich nicht. Nie­mand hat ernst­haft ge­glaubt, dass will­fäh­ri­ge Mit­ar­bei­ter so weit ge­hen wür­den, für ih­ren Herrn und Meis­ter pas­send zum Ge­burts­tag ge­nau 69 Men­schen her­aus­zu­pi­cken – ah, ei­ner noch, dann passt es – um mal ei­nen be­son­de­ren Gag zu lan­den beim Chef der Christ­lich-So­zia­len.

Oder wä­re das tat­säch­lich mög­lich, wenn er aus­drück­lich be­tont, dass es nicht so ist?

Mar­ti­na Len­zen

Het­ze

Ich glau­be nicht an Fried­rich Ani. Ich glau­be nicht an Men­schen,

die sich oh­ne Kennt­nis der wah­ren Fak­ten be­ru­fen füh­len, an­de­re Men­schen öf­fent­lich hin­zu­rich­ten. Ich glau­be nicht, dass das christ­lich ist.

Ich glau­be nicht, dass Fried­rich Ani in sei­nem Le­ben auch nur an­nä­hernd so hart­nä­ckig ge­gen Rechts­ra­di­ka­lis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus ge­kämpft hat wie Horst See­ho­fer.

Ich glau­be, dass ein Mensch, der Horst See­ho­fer trotz­dem in die Nä­he Bea­te Zschäpes rückt, kein ernst­zu­neh­men­der Ge­sprächs­part­ner sein kann.

Ich glau­be, dass je­der Tag, an dem Fried­rich Ani so über Horst See­ho­fer re­det, ein schlech­ter Tag für die De­mo­kra­tie ist. Ich glau­be nicht an Fried­rich Ani, ob­wohl ich ihn le­sen kann.

Ich glau­be, Fried­rich Ani wird mit sei­ner Het­ze kei­ne neue Dun­kel­heit über Deutsch­land brin­gen kön­nen. Das muss ich glau­ben, denn sonst wä­re

die­ses Land nicht mehr mein Land. Jür­gen Fi­scher

Ge­konnt

Bra­vo und dan­ke für Ih­re star­ken und be­rüh­ren­den Wor­te, sehr ge­ehr­ter Herr Ani. End­lich mal ei­ner, der ge­konnt den Mund auf­macht. Wo sind denn all die an­de­ren Anis? Sie ha­ben nichts zu sa­gen, hal­ten sich de­zent zu­rück, weil sie viel­leicht noch nicht mit­be­kom­men ha­ben, was Herr See­ho­fer uns an­tut bzw. wie ge­fähr­lich die­ser Mann ist. Vie­le schrei­en, Mer­kel muss weg. Die ha­ben wohl die Na­men ver­wech­selt.

Ich glau­be auch. Ich glau­be, dass Herr See­ho­fer an ei­ner Sy­nap­sen­hem­mung lei­det, der Ar­me. An­ne­lie­se Nie­kamp

Christ­lich ist be­liebt

Er­staun­lich an Anis Pam­phlet ist vor al­lem, wel­che Hoch­kon­junk­tur

zur Zeit das Christ­li­che bei Leu­ten hat, die durch christ­li­che Bot­schaf­ten und Be­kennt­nis­se bis­her nicht son­der­lich auf­ge­fal­len sind.

Das Christ­li­che ist of­fen­bar bei mo­ra­li­schen Ma­xi­ma­lis­ten vor al­lem dann be­liebt, wenn es sich zur Keu­le um­for­men lässt, mit der man hem­mungs­los auf Leu­te ein­dre­schen kann, de­ren Po­li­tik ei­nem nicht passt. Ob das „christ­lich“ist?

Chris­ti­an Schuler

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