Wahl der Ah­nungs­lo­sen?

Abendzeitung München - - MÜNCHEN - Adri­an Prech­tel

Es ist schon ir­re: Am Don­ners­tag war ich zu ei­nem Abend­es­sen bei ei­ner gu­ten Freun­din ein­ge­la­den. An­we­sen­de Aka­de­mi­ker­quo­te: 100 Pro­zent. Quo­te po­li­ti­sches In­ter­es­se: eben­falls 100 Pro­zent. Aber als die Spra­che dar­auf kam, wie nun Erst- und Zweit­stim­me ge­zählt wür­den... Wis­sen: Null Pro­zent.

Na­tür­lich wuss­te man zwi­schen Kür­bis­sup­pe und Rinds­gu­lasch, dass die Baye­ri­sche Ver­fas­sung und das Wahl­sys­tem wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs von ei­nem So­zi (Wil­helm Ho­eg­ner) im Schwei­zer Exil ent­wor­fen wor­den war. Es soll­te dem Wäh­ler die Chan­ce ge­ben, Kan­di­da­ten nach vor­ne zu wäh­len. Und man er­in­ner­te beim Rot­wein – his­to­risch gut in­for­miert – an den Häu­fel-Durch­bruch von „der Hamm-Brü­cher“1950. Aber wie sind Erst- und Zweit­stim­me ge­wich­tet? Ah­nungs­lo­sig­keit! Al­so: Je­de der bei­den Stim­men für ei­nen Kan­di­da­ten ist erst ein­mal ei­ne Stim­me für die je­wei­li­ge Par­tei. Und erst im zwei­ten Schritt wird ge­schaut, bei wel­chen Kan­di­dat die Zahl der Stim­men für den Ein­zug in den Land­tag aus­reicht.

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