Par­ken­der Ran­ge Ro­ver är­gert ei­nen Ga­le­ris­ten

Abendzeitung München - - MÜNCHEN -

We­gen der ver­sperr­ten Sicht will der Mie­ter der Aus­stel­lungs­räu­me nicht zah­len

Der in der Zu­fahrt zum Hin­ter­hof par­ken­de Ran­ge Ro­ver ei­ner Haus­be­woh­ne­rin är­ger­te ei­nen Ga­le­ris­ten im Glo­cken­bach­vier­tel so sehr, dass er sich wei­ger­te, die ver­ein­bar­te Mie­te von 3000 Eu­ro zu zah­len. Die Ver­mie­te­rin klag­te am Amts­ge­richt – und ge­wann.

Das war ge­sche­hen: Die Par­tei­en hat­ten im No­vem­ber 2016 ei­nen Miet­ver­trag über die An­mie­tung von Aus­stel­lungs­räu­men im Erd­ge­schoss in ei­nem Hin­ter­hof ab­ge­schlos­sen. Die Klä­ge­rin ver­pflich­te­te sich da­rin ne­ben der Über­las­sung der Aus­stel­lungs­räu­me für ein Wo­che­n­en­de un­ter an­de­rem zur Über­nah­me der Kos­ten für den Auf- und Ab­bau.

Doch am Aus­stel­lungs­wo­chen­en­de park­te in der Ein­fahrt zum Hin­ter­hof an der rech­ten Zu­fahrts­sei­te ein gro­ßer Ran­ge Ro­ver. Das par­ken­de Au­to ha­be nach An­sicht des Ga­le­ris­ten die Zu­fahrt zur Aus­stel­lung be­hin­dert, vor al­lem aber die freie Sicht von der Stra­ße auf den Ein­gangs­be­reich der Aus­stel­lungs­räu­me ver­stellt. Des­we­gen sei­en deut­lich we­ni­ger Be­su­cher in die Aus­stel­lung ge­kom­men als er sich ur­sprüng­lich er­hofft hat­te.

Das Amts­ge­richt Mün­chen ver­ur­teilt ihn trotz­dem, die 3000 Eu­ro zu zah­len. Die zu­stän­di­ge Rich­te­rin nimmt in ih­rer Be­grün­dung auch Rück­sicht auf die Lo­ka­li­tät. Im be­eng­ten Glo­cken­bach­vier­tel muss man da­mit rech­nen, dass Hin­ter­hof und brei­te Zu­fahrt als Park­plät­ze ge­nutzt werden.

Die Rich­te­rin zieht zur Ver­an­schau­li­chung ei­nen Ver­gleich zum Mie­ter ei­ner Alt­bau­woh­nung. Der kön­ne ja auch nicht dar­auf po­chen, dass er feuch­tig­keits­emp­find­li­che Din­ge un­be­scha­det im Kel­ler ab­stel­len darf.

Und auch wenn die Par­tei­en über die Ein­seh­bar­keit des Ein­gangs­be­reichs ge­re­det hat­ten, kön­ne der Ga­le­rist nach An­sicht der Amts­rich­te­rin dar­aus kei­nen An­spruch ab­lei­ten.

Das Ur­teil ist rechts­kräf­tig.

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