Miss­brauch: Erz­bi­schof tritt zu­rück

Abendzeitung München - - POLITIK -

ROM Nach ei­nem Miss­brauchsskan­dal hat Papst Fran­zis­kus den Rück­tritt des Erz­bi­schofs von Wa­shing­ton ak­zep­tiert. Kar­di­nal Do­nald Wu­erl war in den ver­gan­ge­nen Wo­chen un­ter Druck ge­ra­ten, weil er in sei­ner Zeit als Bi­schof von Pitts­burgh an der Ver­tu­schung von Miss­brauchs­fäl­len im Kle­rus be­tei­ligt ge­we­sen sein soll (AZ be­rich­te­te). Er hat­te den Rück­tritt in Aus­sicht ge­stellt. Fran­zis­kus nahm das Rück­tritts­ge­such nun an, wie der Va­ti­kan am Frei­tag er­klär­te.

Ob­wohl sei­ne ak­tu­el­len Ren­ten­plä­ne um­strit­ten sind, kün­digt der So­zi­al­mi­nis­ter be­reits die nächs­ten Re­for­men der Al­ters­si­che­rung an – was der SPD­ler will

Macht bei der Ren­ten­re­form or­dent­lich Druck: Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD).

Die Bun­des­bür­ger sol­len auf Jah­re hin­weg vor nicht aus­kömm­li­chen Ren­ten be­wahrt werden. So­zi­al­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) ver­tei­dig­te am Frei­tag im Bun­des­tag sein mil­li­ar­den­schwe­res Ren­ten­pa­ket ge­gen hef­ti­ge Kri­tik der Op­po­si­ti­on und kün­dig­te noch weit­rei­chen­de­re Plä­ne für die Zu­kunft an. Im kom­men­den Jahr wer­de es wei­te­re Schrit­te ge­ben, be­kräf­tig­te Heil frü­he­re An­kün­di­gun­gen. Das Par­la­ment be­riet erst­mals über die Ren­ten­re­form, die 2019 in Kraft tre­ten soll. Mit dem dis­ku­tier­ten Ge­setz­ent­wurf soll das Si­che­rungs­ni­veau der ge­setz­li­chen Ren­te bis 2025 bei min­des­tens 48 Pro­zent fest­ge­schrie­ben werden. Der Wert gibt das Ver­hält­nis der Ren­te zu den Löh­nen an. Der Bei­trags­satz soll bis da­hin die 20-Pro­zent-Mar­ke nicht über­schrei­ten (AZ be­rich­te­te).

Ver­bes­se­run­gen bei der Müt­ter­ren­te soll es zu Jah­res­be­ginn ge­ben.

Al­le Müt­ter und Vä­ter mit Er­zie­hungs­zeit, de­ren Kin­der vor 1992 ge­bo­ren wur­den, sol­len zu­sätz­lich ei­nen hal­ben Ren­ten­punkt gut­ge­schrie­ben, be­kom­men – al­so mehr Geld.

Mehr Ren­te soll auch be­kom­men, wer we­gen Krank­heit nicht mehr oder nur ein­ge­schränkt ar­bei­ten kann: Men­schen, die neu Er­werbs­min­de­rungs­ren­te be­kom­men, sol­len bes­ser ge­stellt werden. „In Zei­ten ra­san­ter Ve­rän­de­run­gen ist es wich­tig, dass wir den Men­schen Si­cher­heit und Ori­en­tie­rung ge­ben“, sag­te Heil. Die Op­po­si­ti­on ließ kein gu­tes Haar an den Plä­nen. Die AfD-Ab­ge­ord­ne­te Ul­ri­ke Schiel­ke-Zie­sing warn­te trotz ei­nes zu­nächst sta­bi­len Ren­ten­bei­trags­sat­zes von 18,6 Pro­zent des Brut­to­ver­diens­tes vor län­ger­fris­tig stei­gen­den Bei­trä­gen. Die ar­bei­ten­de Be­völ­ke­rung wer­de lei­den. Die Lin­ke warf der Re­gie­rung vor, an­ge­sichts dro­hen­der Al­ters­ar­mut zu we­nig Geld für die Ren­te zu mo­bi­li­sie­ren. Die Grü­nen hiel­ten der CSU vor, bei der Ren­te „auf Mond­fahrt“zu ge­hen. Hin­ter­grund ist die Aus­wei­tung der Müt­ter­ren­te.

Heil kün­dig­te an, dass zu den jetzt vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men im kom­men­den Jahr ei­ne Grund­ren­te hin­zu­kom­men soll für Men­schen, die trotz Ar­beit im Al­ter nur ge­rin­ge Be­zü­ge be­kom­men. Zu­dem wür­den Selb­stän­di­ge stär­ker in die ge­setz­li­che Ren­te ein­be­zo­gen. Dann will Heil die Er­geb­nis­se der der­zeit ta­gen­den Ex­per­ten­kom­mis­si­on um­set­zen. Das soll die Ren­te über das Jahr 2025 hin­aus si­chern, ob­wohl dann „Ba­by­boo­mer“ge­bur­ten­star­ker Jahr­gän­ge in Ren­te ge­hen und als Bei­trags­zah­ler aus­fal­len.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke und die Prä­si­den­tin des So­zi­al­ver­bands VdK Deutsch­land, Ve­re­na Ben­te­le, for­der­ten Ver­bes­se­run­gen bei der Er­werbs­min­de­rungs­ren­te nicht nur für die, die künf­tig be­trof­fen sind. Auch be­reits die­se Ren­te be­zie­hen­de Men­schen müss­ten bes­ser­ge­stellt werden. Ba­sil We­ge­ner

Fo­to: Micha­el Kap­peler/dpa

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