Das neue Ge­sicht der städ­ti­schen

Abendzeitung München - - MÜNCHEN - Von Ni­na Job

Bo­gen­hau­sen, Harlaching, Neu­per­lach, Schwa­bing und Thal­kirch­ner Stra­ße: Der Zahn der Zeit nagt an den kom­mu­na­len Kran­ken­häu­sern. Mit ei­ner Fi­nanz­sprit­ze von fast ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro wird nun um­fas­send mo­der­ni­siert. Das wird al­les neu:

Zwei ro­te Pünkt­chen zwi­schen zwei Buch­sta­ben, dar­un­ter steht in blau­grau­en Ver­sa­li­en: „München Kli­nik“. Seit knapp vier Wo­chen ha­ben die Kran­ken­häu­ser in Bo­gen­hau­sen, Harlaching, Neu­per­lach, Schwa­bing und in der Thal­kirch­ner Stra­ße ei­nen neu­en Na­men. Er prangt von Fah­nen und Pla­ka­ten, steht auf Hin­weis­schil­dern in den Kli­nik­flu­ren und auf In­fo-Bro­schü­ren in den Brief­käs­ten der An­woh­ner. Aus dem „Städ­ti­schen Kli­ni­kum München“wur­de „München Kli­nik“.

Die Um­be­nen­nung und das neue Er­schei­nungs­bild sind für vie­le noch ge­wöh­nungs­be­dürf­tig. „Als ich den Pro­spekt in mei­nem Brief­kas­ten fand, dach­te ich zu­erst, das ist Wer­bung für ei­ne Mo­schee“, sag­te ei­ne Bo­gen­hau­se­rin zur AZ.

Da­von kann kei­ne Re­de sein. Der neue Auf­tritt ist Teil der Runder­neue­rung der städ­ti­schen Kli­ni­ken: In den kom­men­den Jah­ren in­ves­tie­ren die Stadt München und der Frei­staat 750 Mil­lio­nen bis zu ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro in Neu­bau­ten und die Mo­der­ni­sie­rung von vier Stand­or­ten.

„Un­ser neu­es Er­schei­nungs­bild ist ein sicht­ba­res Si­gnal des Auf­bruchs“, sagt Kli­nik­chef Axel Fi­scher.

Der zweit­größ­te kom­mu­na­le Kli­nik­ver­bund (über 7000 Be­schäf­tig­te, 135 000 Pa­ti­en­ten im Jahr) rüs­tet sich für die Zu­kunft. Wer­muts­trop­fen: Es wer­den auch et­wa 750 Bet­ten­plät­ze ab­ge­baut. Das Kli­ni­kum Schwa­bing et­wa gilt im jet­zi­gen Zu­stand als sehr un­wirt­schaft­lich. Hier soll nun in den kom­men­den Jah­ren ein hoch­mo­der­ner Me­di­zin­cam­pus mit Rund­um-Ver­sor­gung ent­ste­hen.

Ins­ge­samt wird sich der Bet­ten-Mix der städ­ti­schen Häu­ser ver­än­dern. So soll es künf­tig mehr In­ten­siv­bet­ten ge­ben, da­für fal­len an­de­re weg. Auch die Ge­burts­sta­tio­nen wer­den aus­ge­baut. Be­reits heu­te kom­men in den städ­ti­schen Kli­ni­ken deutsch­land­weit die meis­ten Kin­der auf die Welt.

Kom­plett ab­ge­schlos­sen wird das Mil­li­ar­den­pro­jekt erst Mit­te der 2020er Jah­re sein.

Bis da­hin wünscht sich Kli­nik­chef Axel Fi­scher auch ei­ne tech­ni­sche Ra­di­kal­kur: mit di­gi­ta­len Pa­ti­en­ten­ak­ten, elek­tro­ni­schen Arzt­brie­fe­schrei­ben und di­gi­ta­lem Sprach­dik­tat. So sol­len Ärz­te sich künf­tig in Echt­zeit in­for­mie­ren kön­nen, ob ihr Pa­ti­ent bei­spiels­wei­se be­reits ope­riert ist.

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