Pfle­ge: Kin­der­lo­se be­stra­fen?

Abendzeitung München - - POLITIK -

Wer kei­nen Nach­wuchs hat, zahlt schon mehr in die Pfle­ge­ver­si­che­rung – Spahn reicht das nicht

Kin­der­lo­se soll­ten nach dem Wil­len von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) merk­lich mehr in die Pfle­ge­und Ren­ten­ver­si­che­rung ein­zah­len als El­tern. Dies sei ei­ne Ge­rech­tig­keits­fra­ge, schreibt Spahn in ei­nem Bei­trag für die „Neue Ber­li­ner Re­dak­ti­ons­ge­sell­schaft“. „Im Um­la­ge­sys­tem be­kom­men die Al­ten das Geld von den Jun­gen – auch, wenn es die Kin­der nur der An­de­ren sind.“Er sa­ge dies ganz be­wusst als „selbst Kin­der­lo­ser, der be­reit ist, fi­nan­zi­ell mehr zur Zu­kunfts­fä­hig­keit des Sys­tems bei­zu­tra­gen“. Der­zeit liegt der Bei­trags­satz zur Pfle­ge­ver­si­che­rung für Kin­der­lo­se um 0,25 Pro­zent­punk­te hö­her als für Ver­si­cher­te mit Kin­dern. Die­ses Grund­prin­zip sei rich­tig und vor­bild­lich, sag­te Spahn.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) hat Spahns For­de­rung kri­ti­siert. „Es ist mehr als ei­ne schrä­ge Idee, Kin­der­lo­se zu be­stra­fen“, sag­te Heil am Frei­tag laut ei­ner Mit­tei­lung sei­nes Mi­nis­te­ri­ums. „Zu­mal die Kin­der­lo­sig­keit in vie­len Fäl­len un­ge­wollt ist.“Es ge­he ihm viel­mehr dar­um, Fa­mi­li­en zu un­ter­stüt­zen, so Heil.

Eben­falls am Frei­tag be­schloss der Bun­des­tag ein Vor­ha­ben Spahns, das un­ter an­de­rem 13 000 zu­sätz­li­che Stel­len in der Al­ten­pfle­ge vor­sieht. „Das Ge­setz ist ein ganz wich­ti­ges Zei­chen für die Pfle­ge in Deutsch­land und der größ­te Schritt in der Pfle­ge seit 20 Jah­ren“, sag­te Spahn in Ber­lin.

Fo­to: dpa

Hu­ber­tus Heil.

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