Um­welt­bun­des­amt reicht Die­sel-Kom­pro­miss nicht

Abendzeitung München - - POLITIK -

Die neu­en Zu­sa­gen der Au­to­bau­er zur Fi­nan­zie­rung von Die­sel-Nach­rüs­tun­gen rei­chen aus Sicht von Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze (SPD) nicht aus. Ihr Mi­nis­te­ri­um be­grüß­te zwar auf An­fra­ge grund­sätz­lich, dass Daim­ler und VW be­reit sei­en, Hard­ware-Nach­rüs­tun­gen für Die­sel in Städ­ten mit be­son­ders ho­her Luft­ver­schmut­zung zu fi­nan­zie­ren.

„Dass die­se Nach­rüs­tun­gen 2020 mög­lich sol­len, lässt al­ler­dings tech­ni­schen erst nach sein sich nicht nach­voll­zie­hen“, hieß es. Der Ent­wick­lungs­stand sol­cher Nach­rüs­tun­gen sei „mitt­ler­wei­le weit aus­ge­reift, ih­re Leis­tungs­fä­hig­kei­ten wur­den be­reits mehr­fach er­folg­reich ge­tes­tet.“Die­sel-Fahr­ver­bo­te kom­men we­sent­lich frü­her. So ent­schied ein Ge­richt, dass Köln und Bonn ab Früh­jahr 2019 äl­te­re Die­sel aus dem Groß­teil des Stadt­ge­biets aus­schlie­ßen müs­sen.

Ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er (CSU) wies die Kri­tik an der lang­sa­men Nach­rüs­tung zu­rück. Dar­an ha­be we­der die Po­li­tik noch die Bun­des­re­gie­rung Schuld. „Nach mei­ner ge­si­cher­ten Er­kennt­nis ist kei­ner mei­ner Be­am­ten im Kel­ler des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums und schraubt Hard­ware­nach­rüs­tungs­tei­le zu­sam­men“, sag­te er im „heu­te jour­nal“. St­ein­mei­er wirbt da­für, der No­vem­ber­re­vo­lu­ti­on von 1918 end­lich den Platz zu ge­ben, der dem Er­eig­nis ge­bührt. Der 9. No­vem­ber 1918, als Phil­ipp Schei­de­mann vom Ber­li­ner Reichs­tags­ge­bäu­de aus die Re­pu­blik aus­rief, sei ein his­to­ri­scher „Mei­len­stein“, aber lei­der im­mer noch „ein Stief­kind un­se­rer De­mo­kra­tie­ge­schich­te.“

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