Los An­ge­les: Mas­sa­ker an ei­nem Ort des Tros­tes

Abendzeitung München - - PANORAMA -

An­ge­hö­ri­ge trau­ern um die Op­fer der Schie­ße­rei in Thou­sand Oaks in Ka­li­for­ni­en.

In der Bar ha­ben sich vie­le Über­le­ben­de des At­ten­tats von Las Ve­gas ge­trof­fen. Amok­schüt­ze soll selbst psy­chi­sche Pro­ble­me ge­habt ha­ben

Der Hol­ly­wood-Star Ash­ton Kut­cher hat in die­sem Jahr sei­nen Ge­burts­tag in der Tanz­bar „Bor­der­li­ne“in Thou­sand Oaks ge­fei­ert. Zu­sam­men mit sei­ner Frau Mi­la Ku­nis. Das Lo­kal ist aber nicht nur bei dem Schau­spie­ler-Paar und vor al­lem Coun­try-Fans be­liebt, es gilt auch als Treff­punkt des Tros­tes für Men­schen, die das At­ten­tat in Las Ve­gas vor gut ei­nem Jahr über­lebt ha­ben.

Seit Mitt­woch ist die Tanz­bar selbst ein Tat­ort.

Der Ex-Sol­dat Ian Da­vid Long hat elf Gäs­te, ei­nen Po­li­zis­ten und dann sich selbst mit ei­ner Glock-Pis­to­le er­schos­sen (AZ be­rich­te­te). Dar­un­ter sind auch Über­le­ben­de von Las Ve­gas. Im Ok­to­ber 2017 hat­te dort ein Mann aus ei­nem Ho­tel­zim­mer auf ein Coun­try-Fes­ti­val ge­feu­ert. Die Mut­ter ei­nes Op­fers von Thou­sand Oaks sag­te zur „New York Ti­mes“über ih­ren Sohn: „Er wur­de ges­tern Abend im ‚Bor­der­li­ne’ ge­tö­tet. Er hat es durch Las Ve­gas ge­schafft, er kam nach Hau­se. Und ges­tern Abend ist er nicht nach Hau­se ge­kom­men.“ Ein zwei­tes Mal Glück hat­te da­ge­gen Ni­cho­las Cham­pi­on. Er hat Las Ve­gas über­lebt und jetzt auch Thou­sand Oaks. Der Fit­ness-Trai­ner konn­te sich in Si­cher­heit brin­gen.

Un­ter den To­des­op­fern ist un­ter an­de­rem die Stu­den­tin Alai­na Hous­ley (18). Sie ist die Nich­te der Schau­spie­le­rin Ta­me­ra Mo­wry und des TV-Re­por­ters Adam Hous­ley.

War­um aber ist der 28-jäh­ri­ge Tä­ter in der Bar aus­ge­ras­tet? War­um woll­te er oh­ne­hin trau­ma­ti­sier­te Men­schen tö­ten? Alai­na Hous­ley (†). Das ist noch un­klar. Be­kannt ist, dass Long meh­re­re Mo­na­te in Af­gha­nis­tan im Dienst war. Bis 2013 dien­te er als Schüt­ze in der Ma­ri­ne­in­fan­te­rie. Dann kam er zu­rück zu sei­ner Mut­ter, die in New­bury Park wohnt. Nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter lie­gen zwi­schen de­ren Wohn­ort und der Bar. Vor den Schüs­sen soll er mehr­mals in dem Lo­kal ge­we­sen sein. Mög­li­cher­wei­se ha­be Long un­ter ei­ner Post­trau­ma­ti­schen Be­las­tungs­stö­rung ge­lit­ten (sie­he Kas­ten rechts), so She­riff Ge­off De­an. Er soll schon meh­re­re Ma­le auf­ge­fal­len sein. We­gen ge­ring­fü­gi­ger Din­ge, et­wa im Stra­ßen­ver­kehr. Im April muss­te die Po­li­zei dann zu sei­nem El­tern­haus – häus­li­cher Vor­fall. Da­bei sei auch sei­ne Psy­che über­prüft wor­den. Ei­ne Ein­wei­sung sei nicht als nö­tig be­fun­den wor­den. Sei­ne Mut­ter Die Po­li­zei es­kor­tiert den Leich­nam des ge­tö­te­ten Kol­le­gen. Ron He­lus (†). sah das laut ei­nem Nach­barn of­fen­bar an­ders. Sie ha­be ih­ren Sohn da­zu auf­ge­for­dert, Hil­fe für Ve­te­ra­nen zu su­chen. Doch Long woll­te das nicht.

Die USA trau­ern er­neut um vie­le To­te. Auch Ash­ton Kut­cher. Ihn be­schäf­tigt vor al­lem die Wahl­lo­sig­keit: „Der ein­zi­ge Grund, war­um wir le­ben, ist, dass der Schüt­ze ei­ne an­de­re Nacht ge­wählt hat. Ich sa­ge es wie­der: Wir brau­chen ei­ne Waf­fen-Re­form!“rom

Fo­to: Imago

Jus­tin Meek (†).

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