Streit um ei­ne He­cke

Abendzeitung München - - MÜNCHEN -

Stut­zen oder nicht, ver­jährt oder nicht? Zwei Au­bin­ger Nach­barn be­feh­den sich seit Jah­ren vor Ge­richt we­gen der Hö­he ei­ner Thu­je

Ei­ner Au­bin­ge­rin ist die ho­he He­cke ih­res Nach­barn seit Jah­ren ein Dorn im Au­ge. Die Thu­je, die we­ni­ger als zwei Me­ter von ih­rer Grund­stücks­gren­ze steht, ist ihr viel zu hoch.

Sie ver­langt den Rück­schnitt der He­cke auf ei­ne Hö­he von zwei Me­tern. Und setz­te sich mit ih­rer For­de­rung jetzt durch. Das Amts­ge­richt ent­schied, dass die For­de­rung rech­tens und auch nicht ver­jährt ist.

Der Fall: Am 29. Sep­tem­ber 2016 for­der­te der An­walt der Klä­ge­rin den Nach­barn schrift­lich zu ei­nem Rück­schnitt der Kein Grund zur Kla­ge: Ei­ne vor­bild­lich ge­pfleg­te He­cke. Thu­jen auf. Der Be­klag­te ant­wor­te­te: „Wir wer­den die er­for­der­li­chen Maß­nah­men im Früh­jahr 2017 durch­füh­ren.“Das Früh­jahr kam und ging. Nichts pas­sier­te. Am 22. Ju­li 2017 schrieb der Be­klag­te dann aber, dass er von Ver­jäh­rung aus­ge­he und die He­cke so las­se wie sie ist.

Im Sch­lich­tungs­ver­fah­ren ei­nig­ten sich die Par­tei­en dar­auf, dass die Thu­jen auf zwei Me­ter zu­rück­ge­schnit­ten und auf die­ser Hö­he ge­hal­ten wer­den.

Da der Nach­bar die Ver­ein­ba­rung aber nicht un­ter­schrie­ben hat­te, mach­te er ei­nen Form­feh­ler gel­tend und er­klär­te er­neut, dass er den Rück­schnitt, der die Pflan­zen zer­stö­ren und dort le­ben­de Tie­re stö­ren könn­te, nicht vor­neh­me. Der Amts­rich­ter mach­te dem Spuk ein En­de: „Die Klä­ge­rin hat ge­gen die Be­klag­ten ei­nen An­spruch auf Rück­schnitt der Thu­jen­pflan­zen aus Art. 47 AGBGB.“Der sieht vor, dass auf ei­nem Nach­bar­grund­stück He­cken, die über zwei Me­ter hoch sind, ei­nen Ab­stand von min­des­tens zwei Me­tern zur Grund­stücks­gren­ze ha­ben müs­sen. Die Ver­jäh­rung die­ses An­spruchs sei nicht ein­ge­tre­ten, weil das Schrei­ben des Klä­ger-An­walts noch recht­zei­tig ein­ging. jot

Fo­to: dpa

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