Frei­staat muss zah­len

Auf den Hüt­ten wird das Was­ser knapp

Abendzeitung München - - BAYERN -

Mehr Tou­ris­ten nut­zen Schutz­hüt­ten – des­we­gen brau­chen sie mehr Was­ser. Der Kli­ma­wan­del sorgt in al­pi­nen Re­gio­nen aber für im­mer tro­cke­ne­res Wet­ter – des­we­gen fehlt Was­ser. Das teilt die Münch­ner Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr mit, die sich die­ser Pro­ble­ma­tik an­ge­nom­men hat. Die Pro­fes­sur für Sied­lungs­was­ser­wirt­schaft und Ab­fall­tech­nik sucht mit Mit­ar­bei­tern der Uni für Bo­den­kul­tur Wi­en den Al­pen­ver­ei­nen Deutsch­lands, Ös­ter­reichs und Süd­ti­rols, den Bun­des­län­dern Ober­ös­ter­reich, Salz­burg und Ti­rol so­wie den Ge­sund­heits­äm­tern der Land­krei­se Gar­misch-Par­ten­kir­chen und Ober­all­gäu nach Lö­sun­gen, um die Trink­was­ser­ver­sor­gung für al­pi­ne Schutz­hüt­ten nach­hal­tig zu si­chern. Ziel ist die Ent­wick­lung von pra­xis­na­hen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Pla­nung, Bau und Be­trieb von Was­ser­ver­sor­gungs­an­la­gen so­wie für Was­ser­si­cher­heits­pla­nung und Not­fall­ma­nage­ment beim Aus­fall der Was­ser­ver­sor­gung auf al­pi­nen Schutz­hüt­ten. Be­reits heu­te sei­en ei­ni­ge al­pi­ne Schutz­hüt­ten mit zeit­wei­sem Was­ser­man­gel kon­fron­tiert und müss­ten für die Ver­sor­gung mit Trink­was­ser ei­nen im­mer hö­he­ren Auf­wand be­trei­ben. Das wir­ke sich auch auf die hy­gie­ni­sche Si­cher­heit vor Ort aus. Das Pro­jekt wird von der Deut­schen Bun­des­stif­tung Um­welt ge­för­dert und läuft bis Ju­li 2020.

Wenn die Po­li­zei Wel­pen aus il­le­ga­len Trans­por­ten ins Tier­heim bringt, bleibt die­ses auf den Kos­ten sit­zen. Das könn­te sich jetzt in Tei­len än­dern

Ein Er­folg für die Tier­schutz­hei­me in Bay­ern: Wenn ih­nen die Po­li­zei Tie­re aus il­le­ga­lem Han­del über­ant­wor­tet, kann sich der Staat nicht aus der fi­nan­zi­el­len Ver­ant­wor­tung steh­len. Das Ver­wal­tungs­ge­richt (VG) Würz­burg hat jetzt den Frei­staat ver­ur­teilt, ei­nen Groß­teil der Kos­ten für die Ver­sor­gung von 25 Hun­de­wel­pen durch das Tier­heim Schweb­heim bei Schwein­furt zu über­neh­men. Der Prä­si­dent des Deut­schen Tier­schutz­bunds, Tho­mas Schrö­der, zeig­te sich den­noch nicht zu­frie­den, weil das VG dem Tier­schutz­ver­ein Schwein­furt, der Trä­ger des Tier­heims ist, nur 60 Pro­zent der gel­tend ge­mach­ten Kos­ten von knapp 30 000 Eu­ro zu­ge­stan­den hat­te. Die 25 Hun­de­wel­pen, die im Tier­heim Schweb­heim ver­sorgt wur­den, stam­men aus ei­nem il­le­ga­len Tier­trans­port mit 78 Wel­pen, der im Ju­li 2013 von der Po­li­zei bei Schwein­furt ge­stoppt wur­de. Die Hun­de wur­den auf noch fünf wei­te­re Tier­hei­me ver­teilt.

Auch in Mün­chen ver­ur­sa­chen durch­schnitt­lich 180 si­cher­ge­stell­te Hun­de ho­he Mehr­kos­ten, sagt Kris­ti­na Berch­told zur AZ. Des­we­gen wer­de un­ter an­de­rem auch das neue Hun­de­haus ge­baut (AZ be­rich­te­te). Doch Stadt und Land­kreis zah­len da­für „glück­li­cher­wei­se“ei­ne Pau­scha­le.

Berch­told sagt, die Po­li­tik sol­le il­le­ga­len Wel­pen­han­del end­lich schär­fer ahn­den. Im Schweb­hei­mer Fall wa­ren na­he­zu al­le der Das Fo­to zeigt zwei Rott­wei­ler-Wel­pen aus ei­nem il­le­ga­len Tier­trans­port im Tier­heim Nürnberg. aus Tsche­chi­en stam­men­den Wel­pen von Pa­ra­si­ten be­fal­len und un­ter­ernährt.

Die Wel­pen in Schweb­heim muss­ten auf­grund der An­ste­ckungs­ge­fahr in Qua­ran­tä­ne ge­hal­ten wer­den. Ei­ne Zah­lung der für den Tier­schutz­ver­ein an­fal­len­den Kos­ten lehn­te das Land­rats­amt ab. Der Tier­schutz­ver­ein hat­te da­her mit dem Deut­schen Tier­schutz­bund Kla­ge ge­gen den Frei­staat ein­ge­reicht und nun im Grund­satz recht er­hal­ten. Auf die Ur­teils­be­grün­dung sind die Tier­schüt­zer ge­spannt. Sie wird im Ja­nu­ar be­kannt­ge­ge­ben. Sie wol­len ei­ne Er­klä­rung für die Re­du­zie­rung ih­rer For­de­rung. Falls zweck­ge­bun­de­ne Spen­den in Ab­zug ge­stellt wür­den, er­wägt der Tier­schutz­bund Rechts­mit­tel. Schrö­der: „Be­hörd­li­che Auf­ga­ben dür­fen nicht durch Spen­den fi­nan­ziert wer­den.“

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