Die K.o.-Kan­di­da­ten

Abendzeitung München - - SPORT -

Ge­gen die an­ge­schla­ge­ne Fortu­na aus Köln soll end­lich der ers­te Aus­wärts-Drei­er seit Au­gust her. Lex, Möl­ders, Kar­ger, Gri­mal­di: Die AZ er­klärt, wel­che Of­fen­siv-Lö­wen auf To­re­jagd ge­hen

Tur­bu­len­zen gab es zu­letzt ge­nug beim TSV 1860. Chro­ni­sche Er­folg­lo­sig­keit in der Drit­ten Li­ga, die Un­ge­wiss­heit ei­ner Mil­lio­nen­zah­lung von In­ves­tor Ha­san Is­ma­ik, der Rück­tritt von Auf­sichts­rat Pe­ter Cas­sa­let­te. Da­her kam auch Trai­ner Da­ni­el Bier­of­ka nicht um­hin, trotz der Trend­wen­de durch das über­zeu­gen­de 2:0 vor Wo­chen­frist ge­gen den FSV Zwi­ckau über Ge­sell­schaf­ter-An­ge­le­gen­hei­ten zu spre­chen.

„Wir kon­zen­trie­ren uns auf den Sport. Die Zah­lung ist ja ge­kom­men und ich war mir auch si­cher, dass sie kommt“, sag­te der 39-Jäh­ri­ge über die kürz­lich bei den Lö­wen ein­ge­gan­ge­nen 1,5 Mil­lio­nen. Der Chef­trai­ner schob ei­nen Ap­pell hin­ter­her: „Es geht nur zu­sam­men. Man muss se­hen, auf ei­nen Kon­sens zu kom­men, sich kla­re Zie­le set­zen und die­se ge­mein­sam ver­fol­gen. An­ders wird es nicht funk­tio­nie­ren.“

Im Aus­wärts­spiel der Sechz­ger am Sams­tag bei Fortu­na Köln (14 Uhr) ist zu­al­ler­erst auch Sech­zigs Kol­lek­tiv ge­fragt. Die Mis­si­on: nach­le­gen nach dem Zwi­ckau-Sieg. Der Geg­ner: ge­fähr­lich, so Bier­of­ka. „Gün­ther Go­ren­zel hat ja schon die al­te Me­ta­pher des an­ge­schla­ge­nen Bo­xers ge­braucht. Die wer­den ga­ran­tiert das Mes­ser zwi­schen den Zäh­nen ha­ben und be­wei­sen wol­len, dass die letz­ten vier Spie­le nicht ihr wah­res Ge­sicht wa­ren“, so Bier­of­ka über Köln, zu­letzt Ka­no­nen­fut­ter.

Un­ter Neu-Trai­ner To­masz Kacz­marek setz­te es drei Plei­ten und ein tor­lo­ses Re­mis bei 0:16 Tref­fern. Mah­ner Bier­of­ka braucht kein Schüt­zen­fest. Er wür­de sich ge­wiss mit dem ers­ten Aus­wärts-Drei­er seit dem 4:1 beim VfR Aa­len Mit­te Au­gust zu­frie­den ge­ben – wie hoch er auch im­mer aus­fal­len mö­ge. Vor dem Ab­flug nach Köln sprach der Coach haupt­säch­lich über je­ne Spie­ler, die im Haupt­job auf To­re­jagd ge­hen: Die AZ er­klärt, auf wen Bier­of­ka wohl er­neut bau­en wird, um den wan­ken­den Bo­xer Köln um­zu­hau­en – und wer laut dem 1860-Domp­teur von hin­ten an­schiebt.

STE­FAN LEX: Zu­letzt nicht nur Tür­öff­ner durch sein 1:0 ge­gen Zwi­ckau, auch durch Tem­po und Über­zeu­gung end­lich tor­ge­fähr­li­cher Wir­bel­wind. „Wir ha­ben nie den Glau­ben an ihn ver­lo­ren“, sagt Bier­of­ka über den 29-Jäh­ri­gen: „Ich den­ke, es war auch ganz wich­tig, dass wir im­mer ge­sagt ha­ben: ‚Ste­fan, mach wei­ter, dei­ne Zeit wird kom­men.’“Zu­letzt war Lex-Zeit bei den Lö­wen. Fort­set­zung bei den For­tu­nen? SA­SCHA MÖL­DERS: Der Auf­stiegs­held war nicht mehr im­mer ers­te Wahl, muss­te sich teils hin­ter ei­nem fu­ri­os bei Sech­zig los­le­gen­den Adria­no Gri­mal­di an­stel­len. Zu­letzt brach­te Bier­of­ka sei­nen Auf­stiegs­hel­den, nicht zu­letzt we­gen des­sen un­schlag­ba­rer Ein­stel­lung. Warnt vor an­ge­schla­ge­nen Köl­nern: Trai­ner Da­ni­el Bier­of­ka. Und er­klärt: „Sa­scha ist – egal, ob er spielt oder nicht spielt – ein ganz wich­ti­ger Spie­ler. Ein­fach durch sei­ne Art und Wei­se, wie er den Fuß­ball auch lebt.“Möl­ders sei „kein Di­plo­mat“, son­dern ei­ner, „der Din­ge ganz klar an­spricht. Wenn er auf den Platz geht, will er auch ge­win­nen.“Da­her sei der 33-Jäh­ri­ge – zu­letzt auch in trau­ter Har­mo­nie mit Lex – „Gold wert“für den TSV.

NI­CO KAR­GER: Der lin­ke Au­ßen­stür­mer setzt oft Ak­zen­te, sel­ten trifft er das Tor (zwei Sai­son­tref­fer). Bier­of­ka spricht ihm Mut zu: „Er spielt zum ers­ten Mal Drit­te Li­ga und braucht ein biss­chen, die­se Kon­stanz rein­zu­brin­gen.“Bier­of­ka dürf­te ihm im zu­letzt gu­ten Zu­sam­men­spiel mit Lex und Möl­ders ei­ne wei­te­re Chan­ce ge­ben, ob­wohl er Kon­kur­rent Ben­ja­min Kinds­va­ter lobt – in der Hoff­nung auf den viel­zi­tier­ten plat­zen­den Kno­ten.

ADRIA­NO GRI­MAL­DI: Jüngst kaum wie­der­zu­er­ken­nen, aber laut Bier­of­ka auf dem Weg der Bes­se­rung: „Er hat ei­ne gu­te Re­ak­ti­on ge­zeigt.“Zu­dem ha­be man ein „län­ge­res und po­si­ti­ves Ge­spräch“ge­führt. Letzt­lich hat­te Möl­ders die Na­se vor­ne, doch am En­de zählt nicht nur in Köln, wo­für das be­schrie­be­ne Quar­tett bei Sech­zig steht: To­re. Mat­thi­as Ei­cher

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