Die AfD lieb­äu­gelt mit dem „De­xit“

Abendzeitung München - - POLITIK -

Die AfD hält ei­nen „De­xit“für un­aus­weich­lich, falls sich die Eu­ro­päi­sche Uni­on nicht bald ra­di­kal ver­än­dert. Auf dem Eu­ro­pa-Par­tei­tag in Rie­sa spra­chen sich die De­le­gier­ten ges­tern zu­dem da­für aus, das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment er­satz­los ab­zu­schaf­fen.

Im neu­en Pro­gramm steht: „Soll­ten sich un­se­re grund­le­gen­den Re­form­an­sät­ze im be­ste­hen­den Sys­tem der EU in an­ge­mes­se­ner Zeit nicht ver­wirk­li­chen las­sen, halten wir ei­nen Aus­tritt Deutsch­lands oder ei­ne ge­ord­ne­te Auflösung der Eu­ro­päi­schen Uni­on und die Grün­dung ei­ner neu­en eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­und In­ter­es­sen­ge­mein­schaft als letz­te Op­ti­on für not­wen­dig.“

Vie­le Red­ner hat­ten am Sams­tag er­klärt, die EU sei nicht re­for­mier­bar. Der AfDVor­sit­zen­de Alex­an­der Gau­land warn­te je­doch da­vor, ei­nen kon­kre­ten Zeit­punkt für ei­nen „De­xit“fest­zu­le­gen. Im Leit­an­trag war der „De­xit“als Mög­lich­keit be­reits nach ei- ner Le­gis­la­tur­pe­ri­ode vor­ge­se­hen.

Der 2015 aus­ge­tre­te­ne AfDG­rün­der Bernd Lu­cke hin­ge­gen warn­te in ei­ner Mit­tei­lung: „Wir schie­ßen uns selbst ins Knie, wenn wir die EU ver­las­sen.“Lu­cke, der in­zwi­schen als ein­zi­ger Ab­ge­ord­ne­ter der Kleinst­par­tei „Li­be­ral-Kon­ser­va­ti­ve Re­for­mer“im EU-Par­la­ment sitzt, wei­ter: „Für Deutschland wä­re es der Job­kil­ler Nr. 1, wenn die EU deut­sche Wa­ren mit Zöl­len be­le­gen könn­te.“

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