„Ein­fach geil“

Abendzeitung München - - SPORT -

Von der Eu­pho­rie der Zu­schau­er be­flü­gelt: Die Hand­ball-Na­tio­nal­spie­ler (v.l.) Uwe Gens­hei­mer, Mat­thi­as Mu­sche und Fa­bi­an Wie­de.

Mit dem kla­ren Sieg ge­gen Bra­si­li­en ge­lingt den deut­schen Hand­bal­lern ein Traum­start in die Heim-WM. „Bei die­ser Mann­schaft merkt man den Hun­ger auf Er­folg.“Nun geht’s ge­gen Russ­land

Andre­as Wolff schwitz­te in der Sau­na, sei­ne Team­kol­le­gen zapp­ten beim Dschun­gel­camp rein und leg­ten die Bei­ne hoch. Die deut­schen Hand­bal­ler ge­nos­sen nach dem mit Bra­vour be­stan­de­nen Här­te­test ge­gen Bra­si­li­en (34:21) ihr Ent­span­nungs­pro­gramm. Kraft tan­ken, Kopf frei be­kom­men – denn der WM-Dop­pel­pack ge­gen Russ­land und Ti­tel­ver­tei­di­ger Frank­reich in­ner­halb von 26 St­un­den ist der ers­te wahre Grad­mes­ser auf ih­rer Me­dail­len-Mis­si­on.

Es ist wich­tig, dass sie nach solch ei­nem Ad­re­na­lin­schub wie­der zur Ru­he fin­den, zur Erholung und Lo­cker­heit“, sag­te Bun­des­trai­ner Christian Prokop: „Das ge­sam­te Team muss es schaf­fen, nach so ei­nem High­light cool zu blei­ben, da­mit wir Mon­tag wie­der den rich­ti­gen Fo­kus ha­ben.“

Dann wol­len Ka­pi­tän Uwe Gens­hei­mer und Co. ge­gen den frü­he­ren Hand­ball-Rie­sen Russ­land (18.00 Uhr/ARD) den drit­ten Sieg im drit­ten WMSpiel fei­ern. Be­reits ei­nen Tag spä­ter kommt es zum gro­ßen Pres­ti­ge-Du­ell mit Frank­reich (20.30 Uhr/ZDF).

be­vor wir mit den Köp­fen bei Frank­reich sind“, warn­te Bob Han­ning. Eins aber ist auch für den DHB-Vi­ze­prä­si­den­ten klar: „Nach die­sen bei­den Spie­len wis­sen wir, wo wir wirk­lich ste­hen.“

Die Er­kennt­nis­se aus dem Sieg ge­gen Bra­si­li­en sind zu­min­dest viel­ver­spre­chend: Die Ver­tei­di­gung um Tor­hü­ter Wolff und die Ab­wehr-Rie­sen Hen­drik Pe­keler und Patrick Wi­encek stand si­cher, im An­griff zeig­te sich Gens­hei­mer (10 To­re) er­neut eis­kalt, im Spiel­auf­bau über­rasch­te das Team mit sei­ner Va­ria­bi­li­tät. Und fast noch wich­ti­ger: Die über­ra­gen­de Stim­mung in der mit 13 500 Zu­schau­ern aus­ver­kauf­ten Are­na ist kein Hemm­klotz, son­dern ver­leiht Flügel. „Mit ei­nem Wort: Es ist ein­fach Zu­letzt viel ge­schol­ten: Bun­des­trai­ner Christian Prokop.

geil“, sag­te der mit be­son­ders viel Ad­re­na­lin voll­ge­pump­te Wolff.

„Ja, das kann man so be­schrei­ben“, sag­te der 40-Jäh­ri­ge, der beim EM-De­ba­kel vor ei­nem Jahr noch hart ge­schol­ten wur­de. Der Neu­start mit zahl­rei­chen Ge­sprä­chen hat sich of­fen­bar ge­lohnt. „Ge­fühlt ist die At­mo­sphä­re im Team so gut wie noch nie“, sag­te Kreis­läu­fer Wi­encek.

Prokop ließ ein Ge­fühl der Ge­nug­tu­ung aber noch nicht zu: „Das ha­ken wir ab, jetzt geht das Tur­nier ge­gen Russ­land los.“Sor­gen, dass sei­ne Spie­ler auf der Welle der Eu­pho­rie die Bo­den­haf­tung ver­lie­ren, hat Prokop kei­ne: „Bei die­ser Mann­schaft merkt man den Hun­ger auf Er­folg.“

Da­bei geht Käpt’n Gens­hei­mer vor­an. Der Welt­klas­se-Links­au­ßen ge­noss zwar die schwarz-rot-gol­de­ne WM-Par­ty auf den Rän­gen („Ich woll­te mich im­mer mal so füh­len wie ein Pop­star“), doch sein Blick auf die Rea­li­tät wur­de da­durch nicht ge­trübt. „Es ist klar, dass wir uns stei­gern wol­len und auch müs­sen, wenn wir weit kom­men wol­len“, mein­te der 32-Jäh­ri­ge.

Zahl­rei­che Hand­bal­lSchlach­ten ha­ben sich bei­de Na­tio­nen auf dem Par­kett schon ge­lie­fert, un­ver­ges­sen bleibt Deutsch­lands dra­ma­ti­scher Halb­fi­nal­sieg beim WMT­ri­umph 2007. „Das ist nicht ver­ges­sen“, sag­te der fran­zö­si­sche Shoo­ting­star Ro­main La­g­ar­de.

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