86-Mil­li­ar­den-Sprit­ze für die Bahn

Abendzeitung München - - Vorderseit­e -

Es gibt zu­sätz­li­ches Geld für das Schie­nen­netz – aber Ver­bes­se­run­gen wer­den noch dau­ern, war­nen die Ex­per­ten

Bund und Bahn ste­cken in den kom­men­den zehn Jah­ren 86 Mil­li­ar­den Eu­ro und da­mit so viel Geld wie nie zu­vor in die Sa­nie­rung des zum Teil ma­ro­den Schie­nen­net­zes. Ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er (CSU) und die Bahn-Spit­ze spra­chen ges­tern bei der Un­ter­zeich­nung ei­ner neu­en Leis­tungs­und Fi­nan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung von ei­ner his­to­ri­schen Mo­der­ni­sie­rungs­of­fen­si­ve. „Es wird das Jahr­zehnt der Schie­ne“, sag­te Scheu­er. „Ich er­war­te, dass die Bahn die­se Chan­cen nutzt.“Sie müs­se pünkt­li­cher, ef­fi­zi­en­ter und bes­ser wer­den. Er ha­be ei­ne „Un­ge­duld“, dass es in über­schau­ba­ren Zei­ten er­heb­li­che Ver­bes­se­run­gen ge­be.

An vie­len Stel­len im 33000 Ki­lo­me­ter lan­gen Schie­nen­netz gibt es gro­ßen In­ves­ti­ti­ons­be­darf we­gen teils ma­ro­der Brü­cken

und An­la­gen. Auch vie­le Schie­nen­stre­cken sind in die Jah­re ge­kom­men. Dies ist auch ein Grund für Ver­spä­tun­gen bei der Bahn so­wie an­de­re Stö­run­gen. Die Bahn spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le beim Kli­ma­schutz­pro­gramm der Bun­des­re­gie­rung. Ziel ist es, dass mehr Fahr­gäs­te vom Au­to und Flug­zeug auf die kli­ma­freund­li­che­re Schie­ne um­stei­gen. Da­zu wur­de An­fang des Jah­res die

Mehr­wert­steu­er ge­senkt, so­dass Ti­ckets güns­ti­ger ge­wor­den sind (AZ be­rich­te­te).

Mit den Mil­li­ar­den­mit­teln soll das Schie­nen­netz um­fas­send mo­der­ni­siert wer­den. Der Bund trägt da­von 62 Mil­li­ar­den Eu­ro, die Bahn 24 Mil­li­ar­den Eu­ro an Ei­gen­mit­teln. Durch­schnitt­lich ste­hen da­mit laut Mi­nis­te­ri­um 8,6 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr zur Ver­fü­gung. Dies sei­en 54 Pro­zent mehr als im ver­gan­ge­nen Pla­nungs­zeit­raum. Die neue Ver­ein­ba­rung hat ei­ne dop­pelt so lan­ge Lauf­zeit als die vo­ri­ge. Dies soll auch der Bau­wirt­schaft mehr Pla­nungs­si­cher­heit ge­ben.

Bahn-Chef Richard Lutz sag­te, für die Bahn ha­be ein ent­schei­den­des Jahr­zehnt be­gon­nen. Ziel sei­en mehr Zu­ver­läs­sig­keit und Kom­fort. Für mehr Pünkt­lich­keit sei ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge In­fra­struk­tur un­ab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung. Da­von wür­den auch die Kun­den pro­fi­tie­ren. Er mach­te aber deut­lich, dass Ver­bes­se­run­gen Zeit bräuch­ten. Die Ein­schrän­kun­gen für die Kun­den durch mehr Bau­stel­len soll­ten durch ein „kun­den­freund­li­ches Bau­en“ver­rin­gert wer­den.

Bahn-In­fra­struk­tur­vor­stand Ro­nald Po­fal­la sag­te: „Wir ma­chen die Schie­ne rich­tig stark.“Die neue Ver­ein­ba­rung sei das Fun­da­ment für mehr Qua­li­tät und Sta­bi­li­tät im Bahn­ver­kehr. Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) sag­te, für mehr Kli­ma­schutz brau­che es ei­ne Mo­bi­li­täts­wen­de. Auch Scholz mach­te deut­lich, die Bahn müs­se nun Leis­tung er­brin­gen.

Foto: dpa

Ein Bau­trupp der Bahn re­pa­riert auf der Stre­cke das Gleis­bett.

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