Abendzeitung München

Das lähmende A-Wort

Spiele wie gefühlte Niederlage­n: Sechzig lässt zum Saison-Start Punkte liegen. Trainer Köllner sieht den Auftstiegs­kampf als „das Härteste“an. Heute sind die Löwen im Toto-Pokal in Burghausen gefordert

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Zwei Siege, vier Remis und eine Niederlage aus sieben Spielen. Unter dem Strich: zehn Punkte. Damit ist Sechzig Anführer der Tabelle – was die untere Hälfte anbelangt. Eigentlich wollten die Giesinger ja ganz oben mitmischen, aktuell sollten sie sich den Blick aufs Tableau der Dritten Liga wohl besser ersparen.

Sechzig liegt deutlich unter den Erwartunge­n. Das hat das enttäusche­nde 1:1 am Samstag gegen den SV Meppen in aller Deutlichke­it aufgezeigt.

„Es bringt jetzt gar nichts, auf die Tabelle zu schauen“, stellte Neuzugang Yannick Deichmann frustriert fest und schob in Form einer selbst beantworte­ten Frage gleich noch mal hinterher: „Was bringt uns das, auf die Tabelle zu schauen? Es bringt überhaupt nichts.“

Das vielsagend­e Urteil des Neu-Löwen, wie sich die Sechzger zum Aufstiegsa­spiranten aufschwing­en können: „Wir müssen schauen, dass wir in unsere Spielstruk­tur kommen, dass wir ansehnlich­en Fußball spielen und dass wir dann halt hinten nichts zulassen und vorne die Tore machen.“Deichmannn­s schulterzu­ckendes Anhängsel: „Wenn es so einfach wäre, würden wir jetzt die Punkte holen.“

Cheftraine­r Michael Köllner, der über das fehlerbeha­ftete Spiel der Löwen in allen Bereichen ungewohnt deutlich geworden war, führte den mühsamen Saisonauft­akt auch auf den teils selbst auferlegte­n, teils von außen herangetra­genen Zwang zurück, statt der unteren die obere Tabellenhä­lfte anführen zu müssen: „Es war immer klar: Aufstiegsk­ampf ist das Härteste, was du spielen kannst, denn jeder Punkt, den du verlierst, trifft dich im ersten Moment richtig hart.“

Sechzig und das lähmende A-Wort – Aufstieg. Führungssp­ieler Quirin Moll, der für gewöhnlich auf der Sechs agiert, aber diesmal von Köllner als Innenverte­idiger aufgeboten wurde, stieß in dasselbe Horn. „Wir haben schon ein paar Spiele, wo wir sagen: Das ist eine gefühlte Niederlage. Das darfst du dir nicht zu extrem einreden und dich runterzieh­en lassen.“

Schließlic­h zehrt sonst jede weitere Enttäuschu­ng ungemein an den Sechzger-Nerven. Seine Schlussfol­gerung, wie es besser werden soll, lautet: „Wir müssen hart und gut analysiere­n – und dann einfach weitermach­en.“Na, dann. . .

Kleiner Trost für 1860, wie Köllner anmerkte: „Die Ergebnisse gehen kreuz und quer, wenn man sich die Tabelle anschaut.“

Will heißen: Mit Viktoria Berlin liegt völlig überrasche­nd ein Aufsteiger mit Mini-Etat in der Spitzengru­ppe (14 Punkte, Rang zwei), nur die wenigsten Spielausgä­nge lassen sich seriös vorhersage­n. Mit Würzburg, Lautern und Viktoria Köln dümpeln sogar drei stark eingeschät­zte Teams am unteren Tabellenen­de herum.

Nun steht am heutigen Mittwoch um 19 Uhr erstmal ein vermeintli­ch einfaches Unterfange­n auf dem Programm: Sechzig muss im Toto-Pokal-Achtelfina­le zum starken Regionalli­gisten Wacker Burghausen.

Am Sonntag (14 Uhr) steht schließlic­h das Liga-Duell beim Halleschen FC an. „Diesen Spagat müssen wir hinbekomme­n“, meinte Köllner. Am besten mit zwei Siegen – um sich mit neuem Selbstvert­rauen in Cup und Liga in die vordere Tabellenhä­lfte der dritthöchs­ten Spielklass­e zu schleichen.

Neulöwe Deichmann über den Plan: „Es ist eine Floskel, aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. Wir müssen ruhig bleiben, in einer guten Struktur spielen und uns auch zu belohnen.“Matthias Eicher

 ??  ?? „Jeder Punkt, den du verlierst, trifft dich im ersten Moment richtig hart“: Neudecker (vorn) und Lex hadern gegen Meppen. Foto: sampics/AK
„Jeder Punkt, den du verlierst, trifft dich im ersten Moment richtig hart“: Neudecker (vorn) und Lex hadern gegen Meppen. Foto: sampics/AK

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