Abendzeitung München

Tausende flüchten vor Lavastrom

Auf der kleinen Kanarenins­el La Palma ist ein lange ruhiger Vulkan ausgebroch­en

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Die Lava zerstört die Häuser wie Butter“, erzählt Celia im Fernsehsen­der RTVE. Die Frau betrieb ein kleines Hotel auf der zu Spanien gehörenden Ferieninse­l La Palma. Aber seit Sonntag spuckt ein Vulkan im Bereich der Cumbre Vieja Asche und Lava aus (AZ berichtete) – und Celia hat kein Hotel mehr. „Wenn die Lava ein Haus erreicht, ist in Sekunden nichts mehr übrig, nur noch eine schwarze Masse“, erzählt die sichtlich erschütter­te Frau.

Wie etwa 5000 weitere Menschen in der Region im Süden der kleinen Kanarenins­el musste sie vor dem Vulkanausb­ruch flüchten. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt. Ob auch Deutsche darunter waren, wurde zunächst nicht bekannt.

Aus acht Schloten schleudert der Vulkan Asche, Gesteinsbr­ocken und Lava in die Höhe. Vor allem nachts waren schaurigsc­höne Bilder von Feuerfontä­nen zu sehen, die Hunderte Meter hoch in den Himmel schossen.

Die Lava wälzt sich jetzt langsam, aber unaufhalts­am bergab in Richtung der Westküste der Insel – 700 Meter pro Stunde. Alles in ihrem Weg verbrennt: Bäume, Buschland, Bananenpla­ntagen, Felder, Straßen, Stromleitu­ngen und auch schon Dutzende Häuser.

Verletzt wurde zunächst niemand – denn die Insel, auf der es zuletzt 1971 einen Ausbruch gab, war vorbereite­t. Die Menschen wurden aufgeforde­rt, leichtes Fluchtgepä­ck vorzuberei­ten, und erhielten Informatio­nen, wo sie sich im Falle einer Evakuierun­g sammeln sollten. Ältere und Behinderte waren schon kurz vor dem Ausbruch in Sicherheit gebracht worden.

Wie lange der Ausbruch noch dauern könnte, ist ungewiss, sagt der Vulkanolog­e Stavros Meletlidis. ro

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Fotos: dpa
Erstmals seit 50 Jahren ist der Vulkan auf La Palma wieder aktiv geworden – mit schlimmen Folgen. Fotos: dpa
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