Abendzeitung München

Ergrünt der Süden?

Der Münchner Süden galt als schwarzes Gauweiler-Land. Doch womöglich könnten dort bald nicht nur die Isarauen grünen. Aber auch die SPD ist eine harte Konkurrenz

- Von Christina Hertel

Grün sind im Münchner Süden eigentlich nur die Wälder und die Isarauen. Politisch ist dieser Wahlkreis schon etwa 40 Jahre schwarz. Denn seit 1976 ging das Direktmand­at dort fast immer an die CSU. Doch das könnte sich nach der Bundestags­wahl am Sonntag ändern. Je nachdem, auf welche Umfrage man blickt, könnten die SPD mit Sebastian Roloff, aber auch die Grünen mit Jamila Schäfer das Direktmand­at gewinnen.

Die 28-Jährige Jamila Schäfer wuchs im Münchner Süden auf. Anlass, sich über Politik mehr Gedanken zu machen, sei gewesen, als Peter Gauweiler ihre Grundschul­e besucht habe, sagt Schäfer. Der damalige KVR-Chef, für viele immer noch der „Schwarze Sheriff“, holte dort drei Mal hintereina­nder das Direktmand­at. Schon damals habe sie sich von ihm nicht gut vertreten gefühlt, erzählt Schäfer heute. Das ist Jahre her, doch nun könnte ausgerechn­et sie der schwarzen Herrschaft im Münchner Süden ein Ende bereiten. heute, die etwa 220 000 Wahlberech­tigten im Münchner Süden zu überzeugen. Schäfers Konkurrent heißt nicht mehr Gauweiler, sondern Michael Kuffer (49). Er zog 2017 zum ersten Mal in den Bundestag ein und gilt wie sein Vorgänger als ein polarisier­ender Politiker und als guter Redner.

Bereits bei der vergangene­n Wahl kämpfte Kuffer zwischen Harlaching und Giesing, zwischen Villen und ehemaligen Arbeitervi­erteln, gegen den SPDler Sebastian Roloff um das Direktmand­at – damals erfolgreic­h.

Kuffer gewann bei der vorherigen Wahl mit 33 Prozent der Stimmen. Die Grünen bekamen damals nicht mal ganz 14 Prozent und auch Sebastian Roloff

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