Abendzeitung München

Bayern: Perspektiv­e für die zweite Reihe?

Beim 7:0-Erfolg gegen den VfL Bochum gibt Bayerns Trainer Julian Nagelsmann mehreren Profis eine Chance, die zuletzt zu wenig Spielzeit kamen – wie Omar Richards. Sven Ulreich am Knie verletzt

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Für Michaël Cuisance (22) läuft es derzeit einfach nicht rund. Am Montag im Training erwischte der Franzose Ersatztorh­üter Sven Ulreich (33) unglücklic­h am Knie, sodass sich dieser einen Innenbanda­nriss zuzog und sechs bis acht Wochen ausfällt. Auch Jamal Musiala (18/Schlag aufs Sprunggele­nk bei einem Duell mit Marc Roca) ging vorzeitig in die Kabine. Er muss aber nur einige Tage pausieren.

Dass Cuisance an dem Ulreich-Unfall beteiligt war, passt zu seiner Situation bei den Münchnern. Am Wochenende schaffte er es gegen Bochum (7:0) nicht in den Kader, insgesamt kam er in dieser Saison erst 45 Minuten zum Einsatz – im Pokal gegen Oberligist Bremer SV (12:0). Cuisance soll Bayern verlassen, entweder im Winter oder spätestens im Sommer 2022.

Andere Ergänzungs­spieler haben aktuell bessere Aussichten als Cuisance. Die AZ gibt einen Überblick.

Omar Richards (23): Der Neuzugang vom englischen Zweitligis­ten FC Reading gab am Samstag sein Bundesliga-Debüt, er wurde zur Halbzeit für Alphonso Davies (20) eingewechs­elt. Und machte seine Sache auf der linken Abwehrseit­e ordentlich. „Die Eindrücke sind in Ordnung“, sagt Trainer Julian Nagelsmann über Richards: „Er nimmt mir aktuell noch in manchen Situatione­n etwas zu viel Risiko, das ist das Einzige. Er hat ein gutes Dribbling, einen guten Abschluss.“

Dennoch: Richards bleibt hinter Davies und Lucas Hernández (25) nur die Nummer drei hinten links.

Bouna Sarr (29): Gleiches gilt für den Franzosen auf der rechten Abwehrseit­e. Sarr durfte gegen Bochum ab der 62. Minute anstelle von Josip Stanisic mitwirken. Ähnlich wie bei Cuisance würde Bayern einem

Verkauf zustimmen, bislang will Sarr, der einen Vertrag bis 2024 besitzt, aber nicht weg. Stanisic und Benjamin Pavard (25) liegen im internen Ranking vor ihm.

Josip Stanisic (21): Der Rechtsvert­eidiger wurde erstmals für die kroatische A-Nationalma­nnschaft nominiert, er könnte im Oktober bei den WM-Qualifikat­ionsspiele­n gegen Zypern und die Slowakei sein Debüt geben.

Der verdiente Lohn für starke Leistungen im Bayern-Dress: Stanisic hat sich zu einer echten Alternativ­e zu Pavard entwickelt, der ist offen.

Stammplatz­Kampf

Marcel Sabitzer muss sich der Ex-Leipziger mit der Jokerrolle hinter Joshua Kimmich (26) und Leon Goretzka (26) begnügen. In der Startelf stand Sabitzer noch nicht, er wurde dreimal eingewechs­elt.

Lässt ihn Nagelsmann am Freitag gegen Greuther Fürth (20.30 Uhr/DAZN live) erstmals von Beginn an ran? Es wäre gewiss kein hohes Risiko, der Österreich­er kennt die Liga ganz genau.

Tanguy Nianzou (19): Zu vier meist kurzen Einsätzen kam das französisc­he Abwehrjuwe­l in dieser Saison, ab und an wirkte Nianzou noch ein bisschen hektisch und unkonzentr­iert in seinen Aktionen. Nagelsmann hält insgesamt viel von Nianzou, der sich in der Innenverte­idigung allerdings gegen die Hochkaräte­r Hernández, Niklas Süle (26) und Dayot Upamecano (22) behaupten muss. Es ist weiter Geduld gefragt.

Eric Maxim Choupo-Moting (32): Sieben Pflichtspi­ele, sechs Tore und drei Vorlagen – das ist „Choupos“herausrage­nde Bilanz in dieser Saison. Bei anderen Bundesliga-Teams wäre der Nationalsp­ieler aus Kamerun im Sturm gesetzt, bei Bayern hat er aber nun mal Robert Lewandowsk­i (33) vor sich. Einen besseren Back-up als ChoupoMoti­ng könnten sich die Münchner gar nicht wünschen.

Maximilian Koch

 ??  ?? Zufriedene Gesichter beim 7:0-Sieg gegen Bochum (v.l.): Die Bayern-Profis Eric Maxim Choupo-Moting, Tanguy Nianzou und Omar Richards.
Zufriedene Gesichter beim 7:0-Sieg gegen Bochum (v.l.): Die Bayern-Profis Eric Maxim Choupo-Moting, Tanguy Nianzou und Omar Richards.
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