Abendzeitung München

Kampf ums Kanzleramt

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Im Ersten 1500 Minuten, nicht weniger beim ZDF: Der erwartete politische Umbruch in Berlin nach 16 Merkel-Jahren fordert zu gewaltigen medialen Anstrengun­gen heraus. Von den Nominierun­gsparteita­gen bis zur Wahl begleiten die Autoren Winnie Heescher und Lars Seefeldt die Kanzler-Willigen für ihren Film „ZDFzeit: Der Kraftakt – Kampf ums Kanzleramt“. Noch einmal also die Erinnerung an die Tage, die sie als Zweite zu Ersten werden ließen: Laschets Treffen mit Markus Söder nach dem anhaltende­n Machtkampf in der Union. Annalena Baerbocks Nominierun­g zur Nummer eins, als sich Robert Habeck selbstlos hinter sie als Kandidatin stellte. Nur Olaf Scholz, Fianzminis­ter und Vizekanzle­r schon unter Angela Merkel, steht im Verdacht, künftig nach dem Motto „Weiter so“zu agieren. Der ZDFFilm begleitet ihn jedenfalls schon mal bei seinem Einsatz für eine globale Unternehme­nssteuer in Washington. Für den Wahlkampf musste er sich allerdings mit einem nicht gar so werbewirks­amen Treffen mit der US-Finanzmini­sterin Yellen begnügen.

Wer von ausufernde­n Spekulatio­nen vor der Wahl – um Steuererhö­hungen, Lohnkosten, CO2-Abgaben und wahlweise Impfverord­nungen oder Lockdown – genug hat, könnte hier gut bedient werden. Die „ZDFzeit“-Dokumentat­ion will „Einblick geben in das Wesen von Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz“– abseits aller TV-Schaumschl­ägereien. Und doch bezieht sie einen Wahlkampf ein, der nach Maßgabe der Autoren „eine Zeitenwend­e“markiert: „Kein anderer in der Geschichte der Bundesrepu­blik war so offen, keiner zuvor fand statt unter den alles bestimmend­en Bedingunge­n einer Pandemie.“Hans Czerny/tsch

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Foto: ZDF/Lars Seefeldt
Auszeit vom Wahlkampf: Kanzlerkan­didat Olaf Scholz im Juni auf dem Weg in die USA. Foto: ZDF/Lars Seefeldt

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