Wild­säue und Kaf­fee Ro­bo­ter

Tat­ort: Tie­re der Groß­stadt

Aichacher Nachrichten - - Panorama -

ARD, Sonn­tag, 20.15 Uhr Kön­nen Ro­bo­ter Men­schen tö­ten? Gibt es ein „hei­li­ges We­sen“im Gru­ne­wald, über das sich ein Blog lohnt? Und was hat ei­ne Wild­schwein­rot­te bei der Ge­dächt­nis­kir­che ver­lo­ren? „Tie­re der Groß­stadt“, der neue Ber­li­ner „Tat­ort“, spielt vor win­ter­li­cher Ku­lis­se auf fan­ta­sie­vol­le Wei­se mit der ar­chai­schen Kraft der Na­tur und der tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung. Bei den bei­den rät­sel­haf­ten To­des­fäl­len des Kri­mis scheint men­sch­li­che Kri­mi­na­li­tät nicht ver­ant­wort­lich zu sein. Un­ter Ver­dacht ste­hen ein Kil­ler-Ro­bo­ter und die Schwarz­kit­tel.

„Was kann ich für dich tun?“, fragt der Kaf­fee-Ro­bo­ter sei­ne ju­gend­li­che Kund­schaft, der er Es­pres­so und Cap­puc­ci­no an­bie­tet. Lee­re Ver­spre­chun­gen. Denn in dem Cof­fee­shop-Ki­osk liegt der Be­trei­ber tot am Bo­den. Bi­zarr auch das En­de ei­ner Jog­ge­rin im Wald, in de­ren Wun­den sich Wild­schwein­haa­re fin­den. Die Haupt­kom­mis­sa­re Ni­na Ru­bin (Me­ret Be­cker) und Ro­bert Ka­row (Mark Wasch­ke) tref­fen bei ih­ren Er­mitt­lun­gen auf selt­sa­me Men­schen: Die Blog­ge­rin Char­lie (Ste­fa­nie Stap­pen­beck) auf Schnee­glöck­chen­su­che, Kath­rin Men­ke, die Wit­we des Cof­fee­shopTo­ten und ei­nen al­ten Mann, der vom Fens­ter aus, die Stadt und die Men­schen be­ob­ach­tet. Men­schen, die Ka­row vor­über­ge­hend zu ei­nem an­de­ren ma­chen. Der Kom­mis­sar, der den As­sis­ten­ten an­schreit, geht be­hut­sam mit dem Al­ten um, ist auch fas­zi­niert von der Kat­zen­lieb­ha­be­rin Men­ke, die ihr Wohn­zim­mer mit Streu aus­legt.

Am En­de wird deut­lich, dass Ei­fer­sucht bzw. Angst vor dem Al­lein­sein aus­schlag­ge­bend für die Ta­ten wa­ren. Die Rech­nung der Dreh­buch­au­to­rin Bea­te Lang­maack geht trotz des Kon­trasts auf: Angst vor der zer­stö­re­ri­schen Kraft der Na­tur und Furcht vor ei­ner Zu­kunft, die von Com­pu­ter­spe­zia­lis­ten be­herrscht wird. Ro­land Su­so Rich­ter, ei­ner der bes­ten „Tat­ort“-Re­gis­seu­re, über­zeugt mit sei­nem ru­hi­gen Er­zähl-Duk­tus. Die über­stra­pa­zier­ten Zei­t­raf­fer­auf­nah­men von nächt­li­chem Stra­ßen­ver­kehr hät­te er sich aber spa­ren kön­nen. Ru­pert Hu­ber

Fo­to: Con­ny Klein, rbb, dpa

Die Blog­ge­rin Char­lie fin­det im Wald die to­te Jog­ge­rin Ca­ro­li­na Grö­ning.

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