Wie be­kom­me ich ei­nen Platz in der Wunsch­kli­nik?

Re­ha Pa­ti­en­ten kön­nen ei­ni­ges da­für tun, dass ihnen in das Kran­ken­haus ih­rer Wahl zu­ge­wie­sen wird

Aichacher Nachrichten - - Gesundheit -

Ein Band­schei­ben­scha­den, De­pres­sio­nen oder ei­ne Knie­ver­let­zung – für ei­ne Re­ha kann es vie­le Grün­de ge­ben. Da­mit sich der Auf­ent­halt lohnt, ist es wich­tig, ei­ne pas­sen­de Kli­nik aus­zu­wäh­len. Aber wie fin­den Ver­si­cher­te die? Und was müs­sen sie be­ach­ten, da­mit sie auch dort un­ter­kom­men?

Ers­te In­for­ma­tio­nen er­hal­ten Pa­ti­en­ten bei ih­rem Haus- oder Fach­arzt, er­klärt Klaus-Die­ter Koch von der Me­di­zi­ni­schen Me­di­en In­for­ma­ti­ons Gm­bH in Neu-Isen­burg. Wer sich un­ab­hän­gig vom Arzt über Re­ha-Kli­ni­ken in­for­mie­ren möch­te, kann et­wa übers In­ter­net mit Selbst­hil­fe­grup­pen Kon­takt auf­neh­men. „Die Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger sind auch ein kom­pe­ten­ter An­sprech­part­ner bei Fra­gen der Re­ha­bi­li­ta­ti­on“, er­klärt Dirk von der Hei­de von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung. Ha­ben Pa­ti­en­ten ei­ne Wunsch­kli­nik aus­ge­macht, kön­nen sie den be­han­deln­den Arzt bit­ten, die­se Ein­rich­tung im Be­fund­be­richt ex­pli­zit zu nen­nen. Der Re­ha-An­trag geht ent­we­der an die Kran­ken­kas­se, an die Un­fall­ver­si­che­rung oder zur Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung. „Die Ren­ten­ver­si­che­rung ist zu­stän­dig, wenn die Er­werbs­fä­hig­keit ei­nes Pa­ti­en­ten ge­fähr­det ist oder durch ei­ne Re­ha Ein­schrän­kun­gen der Er­werbs­fä­hig­keit ab­ge­wen­det wer­den kön­nen“, er­läu­tert Ann Ma­ri­ni vom GKV-Spit­zen­ver­band. Bei Ar­beits­un­fäl­len oder Be­rufs­krank­hei­ten wen­den sich Pa­ti­en­ten an die Un­fall­kas­se oder Be­rufs­ge­nos­sen­schaf­ten.

Mit der Ein­wei­sung in die Wunsch­kli­nik klappt es eher, wenn die Kli­nik für die je­wei­li­ge Krank­heit ge­eig­net ist und es rea­lis­tisch er­scheint, dass der Ver­si­cher­te dort die Re­ha-Zie­le er­reicht. „Zum Bei­spiel muss die Ent­fer­nung und An­rei­se mit den ge­sund­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des Pa­ti­en­ten, et­wa Schmer­zen oder Luft­not, zu ver­ein­ba­ren sein“, so von der Hei­de. Mit dem Re­ha-An­trags­for­mu­lar soll­ten Pa­ti­en­ten Aus­dru­cke von der Web­sei­te ih­rer Wunsch­kli­nik zur Ver­si­che­rung schi­cken.

In der Re­gel kom­men Pa­ti­en­ten in Re­ha-Ein­rich­tun­gen un­ter, mit de­nen der je­wei­li­ge So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger ei­nen Ver­trag hat. Sie kön­nen un­ter Um­stän­den aber auch ei­ne Ein­rich­tung nut­zen, mit der der Kos­ten­trä­ger ver­trag­lich nicht ver­bun­den ist. Mehr­kos­ten muss der Ver­si­cher­te dann aber selbst tra­gen.

Aber was, wenn man in ei­ner Re­ha-Kli­nik ein­ge­checkt hat und sich so gar nicht wohl­fühlt? Dann muss man nicht bis zum En­de der Maß­nah­me aus­har­ren, sie lässt sich auch in ei­ner an­de­ren Ein­rich­tung fort­set­zen.

„Ein schnel­ler Wech­sel ist al­ler­dings zu­meist nicht mög­lich, da Kli­ni­ken kurz­fris­tig fast nie freie Ka­pa­zi­tä­ten ha­ben“, sagt Koch. Er rät, mit den Ärz­ten zu spre­chen, ob ein Ab­bruch sinn­voll wä­re. Um dann das Re­ha-An­trags­ver­fah­ren noch­mals zu star­ten. Sa­bi­ne Meu­ter,

Fo­to: Chris­tin Klose, dpa

Ei­ne Re­ha kann die Ar­beits­fä­hig­keit wie­der­her­stel­len.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.