SPD ge­gen Be­las­tung von Kin­der­lo­sen

Ko­ali­ti­ons­part­ner kri­ti­siert Vor­stoß von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn.

Alb Bote (Münsingen) - - VORDERSEITE - D. Kel­ler, M. Ga­bel, H. Zen­ker

Der Vor­stoß von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), Kin­der­lo­sen deut­lich hö­he­re Bei­trä­ge für Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung ab­zu­ver­lan­gen als El­tern, ist vor­wie­gend auf Kri­tik ge­sto­ßen. Bun­des­so­zi­al­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) be­zeich­ne­te den Vor­schlag als ei­ne „mehr als schrä­ge Idee“. „Kin­der­lo­se ge­gen Fa­mi­li­en aus­zu­spie­len ist falsch“, sag­te er der SÜD­WEST PRES­SE. Zu­dem sei Kin­der­lo­sig­keit ja häu­fig un­ge­wollt. Statt­des­sen sol­le man „Wohl­ha­ben­de und Rei­che stär­ker an der Fi­nan­zie­rung des Ge­mein­we­sens be­tei­li­gen“.

Spahn hat­te in ei­nem Gastbeitrag für die SÜD­WEST PRES­SE ge­schrie­ben, dass er hö­he­re Bei­trä­ge für Kin­der­lo­se für ei­ne Ge­rech­tig­keits­fra­ge hal­te, schließ­lich be­kä­men ja „die Al­ten das Geld von den Jun­gen – auch, wenn es die Kin­der nur der An­de­ren sind.“

Für FDP-Pfle­ge­ex­per­tin Ni­co­le Wes­tig will Spahn „wie ei­ne po­li­ti­sche Rau­pe Nim­mer­satt ab­kas­sie­ren“. Man dür­fe we­der be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen ge­gen­ein­an­der aus­spie­len, noch nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen über Ge­bühr be­las­ten. Spahn sol­le lie­ber ein trag­fä­hi­ges Kon­zept zur künf­ti­gen Fi­nan­zie­rung der Pfle­ge vor­le­gen.

Das for­dert auch Ge­sund­heits­po­li­ti­ke­rin Pia Zim­mer­mann von der Lin­ken. Sie plä­diert für die Auf­he­bung der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze, die bis­her Men­schen mit ho­hen Ein­kom­men un­ter­stüt­ze.

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