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Alb Bote (Münsingen) - - WIRTSCHAFT -

Doch die du­bio­sen Fi­nanz­an­la­gen las­sen sich ei­gent­lich recht ein­fach iden­ti­fi­zie­ren. Sie ver­spre­chen zugleich ei­ne ho­he Ren­di­te und ei­ne ho­he Si­cher­heit – ei­ne un­wahr­schein­li­che Kom­bi­na­ti­on. Doch in Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen lässt sich da­von so man­cher ver­füh­ren.

Laut dem Bun­des­la­ge­bild Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät gab es im Jahr 2017 al­lein 28 255 Fäl­le von An­la­geund Fi­nan­zie­rungs­de­lik­ten. Dar­un­ter auch die et­wa 22 000 ge­prell­ten An­le­ger der In­fi­nus­grup­pe, die min­des­tens 2,1 Mrd. € ver­lo­ren ha­ben. Sie hat­ten Or­der­schuld­ver­schrei­bun­gen und Nach­rang­dar­le­hen mit ho­hen Zins­ver­spre­chen ge­kauft. Die­se konn­ten aber mit nor­ma­len Han­dels­ge­schäf­ten, zum Bei­spiel Im­mo­bi­li­en­und Gold­an­la­gen, nicht be­dient wer­den, son­dern nur mit Geld, das neue An­le­ger ein­zahl­ten.

Seit 2015 ist der graue Ka­pi­tal­markt ge­setz­lich re­gu­liert, das Ge­setz wur­de auch als „Pro­kon-Ge­setz“be­kannt und soll­te Klein­an­le­ger schüt­zen. Der Wind­kraft-Pro­jek­tie­rer Pro­kon wur­de mit sei­ner Plei­te 2014 zum Pa­ra­de­bei­spiel für Ren­di­te­ver­spre­chen, die kaum zu hal­ten sind. Ver­spro­chen wur­den mehr als 8 Pro­zent Zin­sen, mehr als 75 000 An­le­ger in­ves­tier­ten – zehn­tau­sen­de er­lit­ten To­tal­ver­lust.

Mit dem neu­en Ge­setz wur­den die Kom­pe­ten­zen der Bafin er­wei­tert. Sie kann jetzt vor Pro­duk­ten war­nen und den Ver­trieb ein­zel­ner In­vest­ments ver­bie­ten. Al­ler­dings wird die Plau­si­bi­li­tät der An­la­ge­an­ge­bo­te wei­ter nicht über­prüft. Das kri­ti­sie­ren Ver­brau­cher­schüt­zer: Den An­le­gern feh­le nach wie vor der Schutz, win­di­ge Fi­nanz­ver­mitt­ler könn­ten ih­nen die­se un­se­riö­sen Pro­duk­te im­mer noch auf­schwat­zen.

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