Gro­ße Auf­ga­be für den Neu­en

Chris­ti­an Fi­scher führt künf­tig die Spar­te Ge­bäu­de­tech­nik. Das Spar­po­ten­zi­al für Kos­ten und CO ist rie­sig.

Alb Bote (Münsingen) - - WIRTSCHAFT - Alex­an­der Bö­ge­lein

Chris­ti­an Fi­scher über­ragt al­le An­we­sen­den auf der Pres­se­kon­fe­renz in der Bosch-Zen­tra­le in Ger­lin­gen. Der neue Ge­schäfts­füh­rer der Ro­bert Bosch Gm­bH hät­te an­hand sei­ner Kör­per­grö­ße von zwei Me­tern plus X auch das Zeug, im Bas­ket­ball Cen­ter zu spie­len, al­so die Po­si­ti­on zu be­klei­den, die wich­ti­ge Punk­te macht und das Team vor­an­bringt. Doch der ge­bür­ti­ge Ham­bur­ger, pro­mo­vier­te Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler und frü­he­re Se­ni­or­part­ner bei der Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Ro­land Ber­ger hält sich zu­rück.

Seit Ok­to­ber ist er im Amt und seit mehr als 20 Jah­ren der ers­te ex­ter­ne Ma­na­ger, der bei dem High­tech-Kon­zern di­rekt zum Ge­schäfts­füh­rer be­ru­fen wor­den ist. Jour­na­lis­ten-Fra­gen nach der künf­ti­gen Stra­te­gie des Bosch-Ge­schäfts­be­reichs Ener­gie und Ge­bäu­de­tech­nik wehrt Fi­scher ab. „Ich bin so neu, dass es ver­mes­sen wä­re, schon de­zi­dier­te pro­gram­ma­ti­sche Aus­sa­gen zur Zu­kunft zu ma­chen“, sagt er und über­lässt die Büh­ne weit­ge­hend sei­nem Vor­gän­ger Ste­fan Har­tung, der von Ja­nu­ar an die Kfz-Spar­te lei­ten wird. De­ren bis­he­ri­ger Chef Rolf Bu­lan­der geht in den Ru­he­stand.

Der Wech­sel in die nach Um­satz (47 Mrd. €) und Mit­ar­bei­ter (232 000) größ­te Bosch-Spar­te hin­dert Har­tung aber nicht, ein flam­men­des Plä­doy­er für smar­te Ener­gie und Ge­bäu­de­tech­nik zu hal­ten. Des­sen Be­deu­tung und Markt­po­ten­zi­al sei­en rie­sig. Im Jahr 2050 wer­den nach sei­nen Wor­ten 6 Mrd. Men­schen in ur­ba­nen Räu­men woh­nen – und da­mit 70 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung. „Die Städ­te ver­brau­chen schon heu­te 75 Pro­zent der Ener­gie, al­lein auf die Ge­bäu­de ent­fal­len 40 Pro­zent“, sagt Har­tung. Zu­dem stei­ge der welt­wei­te Ener­gie­ver­brauch bis zum Jahr 2035 um 30 Pro­zent. Da­mit zeich­ne sich ein wei­te­rer Zu­wachs des CO2-Aus­sto­ßes ab. Da­her sei­en ver­netz­te Lö­sun­gen zur ef­fi­zi­en­ten Ener­gie­nut­zung ein Schlüs­sel für den Kli­ma­schutz. Klu­ge tech­ni­sche Lö­sun­gen sor­gen laut Har­tung nicht nur für ein an­ge­neh­mes Ge­bäu­de­kli­ma, „sie spa­ren Kos­ten, Ener­gie und da­mit auch CO2-Emis­sio­nen“. Welt­weit sol­len bis 2020 rund 230 Mio. Häu­ser in­tel­li­gent ver­netzt sein, bis­her sei­en es nur 15 Pro­zent.

Al­ler­dings dis­ku­tie­ren Ex­per­ten seit Jah­ren dar­über, ab wann Häu­ser als smart ver­netzt gel­ten. Blickt man auf den Ge­bäu­de­be­stand, be­wegt sich die Zahl nach Bran­chen­be­ob­ach­tern im Pro­mil­le­be­reich. Bei Neu­bau­ten von Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern ist smar­te Haus­tech­nik weit ver­brei­tet. Chris­ti­an Fi­scher hat da­mit ei­ne gro­ße Auf­ga­be vor sich. Mit ei­nem Jah­res­um­satz von 5,5 Mrd. € (plus 2 Pro­zent) und 32 400 Mit­ar­bei­tern ist die Ener­gie und Ge­bäu­de­tech­nik bis­her der kleins­te der vier Un­ter­neh­mens­be­rei­che der Ro­bert Bosch Gm­bH.

Die Bosch-Man­ger Chris­ti­an Fi­scher (links) und Ste­fan Har­tung.

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