Neu­es Par­ty­ge­spräch

Alb Bote (Münsingen) - - VORDERSEITE - Gui­do Boh­sem

über die neu­es­ten Se­ri­en, Fil­me, Bü­cher oder Mu­sik par­lier­te und da­mit glän­zen konn­te, war ein­mal. Aus. Vor­bei. In Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels ken­nen zu­min­dest die halb­wegs er­wach­se­nen Fei­er­ge­sell­schaf­ten ei­gent­lich nur ein The­ma – den Hand­wer­ker. Un­ter der Hand wer­den Adres­sen und Te­le­fon­num­mern von Flie­sen­le­gern, Schrei­nern oder Klemp­nern aus­ge­tauscht, die auch kurz­fris­tig Auf­trä­ge an­neh­men und dann so­gar noch or­dent­lich er­le­di­gen.

Man mag sich gar nicht vor­stel­len, wie es auf das an­de­re Ge­schlecht wirkt, als Hand­wer­ker oder Hand­wer­ke­rin auf ei­ner sol­chen Fe­te auf­zu­tau­chen. Die gro­ßen Ka­ta­lo­ge für den Kar­ne­vals­be­darf ha­ben den Trend je­den­falls er­kannt und bie­ten mun­ter Hand­wer­ker-Ko­s­tü­me an. An­ge­sichts die­ser Aus­nah­me­stel­lung wer­den die ech­ten Hand­wer­ker na­tür­lich um­so an­spruchs­vol­ler.

Das bes­te Bei­spiel da­für ist der Flie­sen­le­ger Micha­el Schmiedl aus der Ge­gend von In­gol­stadt. Schmiedls La­den läuft so gut, dass er jetzt auf ei­ne gan­ze Grup­pe zah­lungs­kräf­ti­ger Kun­den ver­zich­ten möch­te: In­ge­nieu­re von Au­di und Sie­mens. Die­se Leu­te sei­en rea­li­täts­fremd und for­der­ten Din­ge, die nicht um­ge­setzt wer­den könn­ten. Auch zahl­ten sie ih­re Rech­nun­gen nur sehr spo­ra­disch, wes­halb Schmiedl seit län­ge­rem schon nicht mehr für sie ar­bei­te. Schon bald dürf­te der Na­me Schmiedl auf je­der Par­ty im Land ge­raunt wer­den. Vor­aus­ge­setzt, es ist kein In­ge­nieurs­tref­fen.

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