Alb Bote (Muensingen)

Op­po­si­ti­on klagt ge­gen Nach­trags­etat

AfD kün­digt Gang vor Ver­fas­sungs­ge­richts­hof an, SPD und FDP pla­nen Gut­ach­ten.

- Ro­land Mu­schel Coronavirus (COVID-19) · Stuttgart · Baden-Württemberg · Baden-Württemberg · Alternative for Germany · Free Democratic Party (Germany)

Stutt­gart. Al­le drei Op­po­si­ti­ons­frak­tio­nen im Land­tag von Ba­den-Würt­tem­berg zwei­feln die Recht­mä­ßig­keit des Nach­trags zum Dop­pel­haus­halt 2020/21 an. AfD-Frak­ti­ons­chef Bernd Gö­gel kün­dig­te am Di­ens­tag ei­ne Kla­ge vor dem Ver­fas­sungs­ge­richts­hof an. Un­ab­hän­gig da­von wol­len SPD und FDP ge­mein­sam ein Gut­ach­ten in Auf­trag ge­ben, um sich eben­falls für ei­ne mög­li­che Kla­ge zu mu­ni­tio­nie­ren.

Die grün-schwar­ze Ko­ali­ti­on will an die­sem Mitt­woch mit Blick auf Co­ro­na das An­dau­ern ei­ner Na­tur­ka­ta­stro­phe fest­stel­len, was ihr die Auf­nah­me neu­er Schul­den er­laubt. Für die Fest­stel­lung ge­nügt die ein­fa­che Mehr­heit. An­schlie­ßend will sie den Nach­trag mit ei­ner Re­kord­ver­schul­dung von 13,5 Mil­li­ar­den Eu­ro be­schlie­ßen.

„Die­ser Haus­halt ist ei­ne Un­ver­schämt­heit ge­gen­über dem Land­tag“, sag­te SPD-Frak­ti­ons­chef Andre­as Stoch die­ser Zei­tung. So man­ge­le es an Trans­pa­renz. Die zen­tra­le Fra­ge, die das Gut­ach­ten klä­ren sol­le, sei aber, ob sich die Lan­des­re­gie­rung noch auf das An­dau­ern ei­ner Na­tur­ka­ta­stro­phe be­ru­fen kön­ne. FDP-Frak­ti­ons­chef Hans-Ul­rich Rül­ke sag­te, es drän­ge sich der Ein­druck auf, dass es bei die­sem Nach­trags­haus­halt mehr um die Fi­nan­zie­rung von Wahl­ge­schen­ken als um die Be­kämp­fung von Co­ro­na ge­he. AfD-Frak­ti­ons­chef Gö­gel hält Co­ro­na ge­ne­rell für ei­ne nur vor­ge­scho­be­ne Be­grün­dung: Ei­ne „herbst­li­che Grip­pe­sai­son“sei kei­ne Na­tur­ka­ta­stro­phe.

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