Alb Bote (Muensingen)

Ex­po-Un­ter­su­chungs­aus­schuss legt Don­ners­tag los

Gre­mi­um soll un­ge­plan­te Ver­trags­part­ner­schaft des Lan­des auf­klä­ren. Vor­sit­zen­der wird Jürgen Fi­li­us.

- Ro­land Mu­schel Stuttgart · Free Democratic Party (Germany) · Baden-Württemberg · Baden-Württemberg · Dubai · Alternative for Germany · Dubai · United States Department of Commerce

Stutt­gart. Die Op­po­si­ti­ons­frak­tio­nen SPD und FDP ha­ben am Di­ens­tag ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss zum „Miss­ma­nage­ment der Lan­des­re­gie­rung rund um das Ba­den-Würt­tem­berg-Haus auf der Welt­aus­stel­lung Du­bai 2020“auf den Weg ge­bracht. Bei­de Frak­tio­nen be­schlos­sen je ein­stim­mig den Ein­set­zungs­auf­trag. Auf­grund ih­rer Be­fug­nis­se gel­ten Un­ter­su­chungs­aus­schüs­se als „schärfs­tes Schwert“des Par­la­ments, für die Ein­set­zung ge­nügt das Vo­tum zwei­er Frak­tio­nen.

Das zwölf­köp­fi­ge Gre­mi­um soll sich an die­sem Mitt­woch kon­sti­tu­ie­ren und am Don­ners­tag sei­ne ers­te Ar­beits­sit­zung ab­hal­ten. Der Vor­sitz steht den Grü­nen zu, die da­für den Ju­ris­ten und Ul­mer Ab­ge­ord­ne­ten Jürgen Fi­li­us no­mi­niert ha­ben. Als Ob­leu­te ent­sen­den die Grü­nen Andrea Lindlohr, die CDU Ma­ri­on Gent­ges, die SPD Da­ni­el Born und die FDP Ga­b­rie­le Reich-Gut­jahr. Wen die AfD schickt, war am Di­ens­tag nicht zu er­fah­ren. Der Aus­schuss soll nach dem Wil­len von SPD und FDP un­ter­su­chen, war­um das Land ent­ge­gen al­len In­ten­tio­nen Ver­trags­part­ner der Ex­po-Ma­cher in Du­bai ge­wor­den ist und des­halb für ein Pro­jekt haf­tet, das in­zwi­schen mit 15 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten soll.

Das Pro­jekt war zu­nächst als ei­nes „von der Wirt­schaft für die Wirt­schaft“ver­kauft wor­den und soll­te durch Spon­so­ren ge­tra­gen wer­den; das Land woll­te le­dig­lich 2,8 Mil­lio­nen Eu­ro für ei­ne Aus­stel­lung bei­steu­ern. Ein in­ter­nes Gut­ach­ten kommt aber zu dem

Schluss, dass der mit Du­bai ge­schlos­se­ne, durch den da­ma­li­gen Ge­schäfts­füh­rer der In­ge­nieur­kam­mer im Na­men Ba­den­Würt­tem­bergs un­ter­zeich­ne­te Ver­trag das Land in die Pflicht nimmt. Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um hat­te den Ge­schäfts­füh­rer mit weit­ge­hen­den Voll­mach­ten aus­ge­stat­tet.

„Trotz der of­fen­sicht­li­chen mas­si­ven Feh­ler hat es die Re­gie­rung und ins­be­son­de­re Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Nicole Hoff­meis­ter-Kraut (CDU) ver­säumt, aus­rei­chend Licht in die Af­fä­re zu brin­gen“, sag­te SPD-Frak­ti­ons­chef Andre­as Stoch. Zu ei­nem Un­ter­su­chungs­aus­schus­ses gibt es dar­um kei­ne Al­ter­na­ti­ve. FDP-Frak­ti­ons­chef Hans-Ul­rich Rül­ke sag­te, der Aus­schuss müs­se nun zü­gig of­fe­ne Fra­gen klä­ren: „Wie konn­te das Land Ver­trags­part­ner wer­den, oh­ne es zu wis­sen? Und wie konn­ten aus 2,8 Mil­lio­nen Eu­ro Kos­ten für den ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Steu­er­zah­ler über 15 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den?“

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