Alb Bote (Muensingen)

Zah­len fürs Nicht­flie­gen

Wol­len sich Air­lines über stor­nier­te Ver­bin­dun­gen sa­nie­ren? Ex­per­ten se­hen An­zei­chen da­für. Luf­han­sa & Co. strei­ten dies ab.

- Von Thomas Veit­in­ger Airlines · Aviation · Travel · Transportation · Lifestyle · Federation of German Consumer Organisations · Federation of German Consumer Organisations · Lufthansa Airlines · Greece · Eurowings

Der Ver­dacht wiegt schwer: Be­sor­gen sich klam­me Flug­ge­sell­schaf­ten Geld, in­dem sie Flü­ge an­bie­ten, von de­nen sie wis­sen, dass sie gar nicht statt­fin­den wer­den? Dies sieht zu­min­dest Ver­brau­cher­schutz­ex­per­te Fe­lix Meth­mann so. „Es wer­den Flü­ge an­ge­prie­sen, stor­niert und das ein­ge­nom­me­ne Geld zu­nächst nicht zu­rück­be­zahlt“, sagt der Rei­se-Spe­zia­list der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band. „Das ver­bes­sert die Li­qui­di­tät der Air­lines.“Al­lein bei der Luft­han­sa war­ten 650 000 Kun­den noch auf ihr Geld, be­stä­tig­te die Air­line in der ver­gan­ge­nen Wo­che.

Chris­ti­an Gel­ten­poth vom Ser­vice-Por­tal Flug­recht.de sieht dies ähn­lich. „Mir ist es so­gar selbst schon pas­siert, dass ich ei­nen Flug nach Grie­chen­land ge­bucht ha­be, der in­tern schon ge­can­celt war. Mir wur­de kurz da­nach mit­ge­teilt, dass er ge­stri­chen ist, mein Geld ha­be ich aber nicht so­fort zu­rück­be­kom­men.“

Das Por­tal Fligh­tright hat ent­spre­chen­de Er­fah­run­gen ge­sam­melt. Flü­ge, die durch ge­rin­ge Nach­fra­ge für Air­lines un­at­trak­tiv sei­en, wer­den wie­der an­nul­liert. „Das war im Prin­zip schon im­mer so. Aber der Vor­satz da­zu ist neu“, sagt Meth­mann. „Wir ha­ben ent­spre­chen­de Be­schwer­den be­kom­men und kön­nen die­se auch be­le­gen.“Vor Co­ro­na sei­en rund 1 Pro­zent al­ler Flü­ge ge­can­celt wor­den, weil es ent­we­den­rRei­se­redstrik­tio­nen hin­zu, teilt die Luft­han­sa tech­ni­sche Pro­ble­me gab oder sie mit. Da­her wer­de die Zahl wirt­schaft­lich nicht ren­ta­bel wa­ren, nie null er­rei­chen und stel­le auch sagt Gel­ten­poth. Mitt­ler­wei­le nicht ei­ne An­zahl an Kun­den dar, ha­be die Zahl der zu­sam­men­ge­leg­ten die seit An­be­ginn der Kri­se im­mer oder ge­stri­che­nen Flü­ge noch auf ihr Geld war­te­ten. mas­siv zu­ge­nom­men. Eu­ro­wings be­hält sich vor, Flug­an­ge­bo­te ent­spre­chend an­zu­pas­sen, „soll­te sich die Nach­fra­ge nicht wie er­hofft ent­wi­ckeln“.

Luft­han­sa will von ei­nem Vor­satz nichts wis­sen. „Stän­dig wech­seln­de Rei­se­re­strik­tio­nen und -war­nun­gen zwin­gen Luft­han­sa al­ler­dings da­zu, Flug­plä­ne im­mer wie­der zu än­dern. Dies kann zu Flug­strei­chun­gen füh­ren“, schreibt die Air­line auf An­fra­ge. Be­rech­tig­te bis En­de Ju­ni ein­ge­gan­ge­ne An­sprü­che sei­en weit­ge­hend be­ar­bei­tet wor­den und le­dig­lich kom­pli­zier­te­re Fäl­le noch in Be­ar­bei­tung. Es kä­men mo­nat­lich neue An­fra­gen auf­grund von wech­seln­den Rei­se­redstrik­tio­nen

Das geht über­haupt nicht und ist re­gel­recht schä­big.

Fe­lix Meth­mann Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band

Aber es gibt noch ei­nen wei­te­ren Vor­wurf an die Flug­ge­sell­schaf­ten. „Bei uns ha­ben sich Kun­den ge­mel­det, de­ren Flug ge­stri­chen wur­de. Als sie dann die Bu­chung für den ex­akt glei­chen Flug er­neut ver­sucht ha­ben, ist dies mög­lich ge­we­sen“, sagt Ver­brau­cher­schüt­zer

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