Alb Bote (Muensingen)

SPD: Fuß­gän­ger ein­be­zie­hen

Die So­zi­al­de­mo­kra­ten be­fürch­ten, dass die In­ter­es­sen der Fuß­gän­ger an der Kon­rad-Ade­nau­er-Stra­ße ge­schwächt wer­den.

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Der Fuß­gän­ger­steg über die Kon­rad-Ade­nau­er-Stra­ße wird ab­ge­ris­sen (sie­he Be­richt auf un­se­rer heu­ti­gen ers­ten Lo­kal­sei­te), in Zu­kunft sol­len die Fuß­gän­ger eben­er­dig über die Kreu­zung ge­führt wer­den. Der Ge­mein­de­rat hat dies vor dem Som­mer mehr­heit­lich be­schlos­sen.

Die SPD-Frak­ti­on, die ei­nen Steg-Neu­bau be­für­wor­tet hat­te, mel­det sich jetzt zu Wort. „Die SPD-Frak­ti­on wird im Ge­mein­de­rat

kei­ne Pla­nung mit­tra­gen, wel­che zu Las­ten der Fuß­gän­ger bei der jetzt fol­gen­den Pla­nung für die Kreu­zung der Ade­nau­er-Stra­ße mit der Al­te­burg­stra­ße am Os­kar-Kalb­fell-Platz geht“, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung. Die zen­tra­le Fra­ge für die SPD sei, wie die Fuß­gän­ger bei der Que­rungs­pla­nung be­rück­sich­tigt wer­den.

„Wie sieht die We­ge­füh­rung für die Fuß­gän­ger und tau­sen­de Schü­ler aus, die täg­lich den Steg über­quert ha­ben, wenn die­ser ab­ge­ris­sen wird?“, fragt sich Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Hel­mut Treut­lein. Be­kannt­lich neh­men Fuß­gän­ger in al­ler Re­gel den kür­zes­ten und da­mit ge­rad­li­nigs­ten Weg. Sol­che We­ge müs­se es an ei­ner der höchst fre­quen­tier­ten Kreu­zun­gen für die Fuß­gän­ger auch be­reits in der Um­bau­pha­se ge­ben.

Ur­sprüng­lich war für die Bau­zeit ei­nes neu­en Stegs ein Pro­vi­so­ri­um ge­plant, wel­ches die Fuß­gän­ger­que­rung er­mög­licht hät­te. Die­ses Pro­vi­so­ri­um sei nun ge­stri­chen, mit der Fol­ge, dass al­le Fuß­gän­ger vor­han­de­ne We­ge neh­men müs­sen. „Man stel­le sich ei­ne Fa­mi­lie mit Kin­der­wa­gen oder Men­schen mit Han­di­caps vor, die den Um­weg über das Nord­stern­haus mit Ber­gan­stieg neh­men müss­ten.“Jetzt be­ste­he nach An­sicht der SPD die Chan­ce, die­ses De­fi­zit zu be­sei­ti­gen und ei­ne ge­rad­li­ni­ge Ver­bin­dung bei­spiels­wei­se von der GWG zum Ge­bäu­de der AOK ein­zu­rich­ten.

Die Ver­kehrs­zah­len im Stra­ßen­ver­kehr sei­en jetzt schon am obe­ren Li­mit, so die So­zi­al­de­mo­kra­ten. Die ho­he Ver­kehrs­dich­te wer­de durch den Ab­riss des Stegs noch mehr ver­stärkt, mit zu­sätz­li­chen Staus, ist sich die SPD si­cher. Stra­ßen und We­ge sind nach Über­zeu­gung der SPD un­ter Rück­sicht­nah­me al­ler Ver­kehrs­teil­neh­mer her­zu­stel­len. „Wir er­war­ten des­halb, dass die Fuß­gän­ger auch im Ge­mein­de­rat ei­ne Lob­by ha­ben“, so Treut­lein. Dies dür­fe nicht am zu­sätz­li­chen fi­nan­zi­el­len Auf­wand schei­tern.

Die SPD-Frak­ti­on wer­de des­halb nur Lö­sun­gen zu­stim­men, die den Fuß­gän­gern die­se di­rek­ten We­ge er­mög­li­chen. „Um­we­ge durch das Nord­stern­haus oder mit Über­que­run­gen und War­te­zei­ten wol­len wir den Fuß­gän­gern nicht zu­mu­ten“, so Treut­lein. Statt­des­sen müs­se Reut­lin­gen ei­ne fuß­gän­ger­freund­li­che Stadt wer­den. Wer jetzt oh­ne Geh­weg pla­ne, ze­men­tie­re ein lang­jäh­ri­ges De­fi­zit zu Las­ten der Fuß­gän­ger.

Kein Ver­ständ­nis hat die SPD, wenn gleich­zei­tig ei­ne wei­te­re Ab­bie­ge­spur zur Stadt­hal­le ge­baut wer­den soll. Es wä­re nach Über­zeu­gung der SPD ei­ne fa­ta­le Bot­schaft, wenn der Ge­mein­de­rat Geld für den Pkw-Ver­kehr, aber kein Geld für den Fuß­ver­kehr be­reit­stel­len und die­sen An­trä­gen fol­gen wür­de, heißt es in der Mit­tei­lung der SPD.

Kei­ne Pla­nung zu Las­ten der Fuß­gän­ger.

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Fo­to: Pri­vat Fuß­gän­ger- und Rad­weg an der Kon­rad-Ade­nau­er-Stra­ße un­ter­halb des al­ten Stegs.

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