Alb Bote (Muensingen)

Mit Licht schrei­ben und zeich­nen

Göp­pin­ger Kunst­hal­le zeigt Ar­bei­ten aus dem Nach­lass des in der Stadt ge­bo­re­nen Künst­lers Klaus Hei­der.

- Burk­hard Mei­er-Grol­man Arts · Schloss Groß-Siegharts · Antoni Tàpies · United States of America · European Union · Europe · Sicily · Rome · Goppingen

Göp­pin­gen. Ob­wohl er rund um sei­ne Ge­burts­stadt Göp­pin­gen bis zu­letzt rich­tig gut geerdet war, hat der Künst­ler Klaus Hei­der (1936-2013) schon in sei­nen Stu­di­en­jah­ren – si­cher da schon un­ter dem spe­zi­el­len Ein­fluss des Stutt­gar­ter Phi­lo­so­phen Max Ben­se – be­schlos­sen, das Ter­rain der Kunst ex­pe­ri­men­tell um­zu­pflü­gen, es zu ent­gren­zen und bis in den kos­mi­schen Raum vor­an­zu­trei­ben.

Aus sei­nem Nach­lass hat jetzt die Göp­pin­ger Kunst­hal­le für die Obe­re Ga­le­rie auf Schloss Fils­eck ei­ne klei­ne, aber fei­ne Aus­stel­lung sei­ner Ar­bei­ten prä­pa­riert, die be­legt, wie er sei­ne Aus­flü­ge in die Wei­ten des Uni­ver­sums an­ge­gan­gen ist. Die Be­geis­te­rung für ins All hin­ein wach­sen­de Raum­kon­zep­te und an­ders ge­ar­te­te Flä­chen­di­men­sio­nen be­ginnt spä­tes­tens bei Hei­ders Flirt mit dem Spa­nier An­to­ni Tàpies und auch bei sei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit der aus den USA nach Eu­ro­pa her­über­ge­schwapp­ten Pop Art.

Da lässt er Fuß­gän­ger in den Him­mel mar­schie­ren, sei­ne Fla­nier­mei­len schie­ßen rei­hen­wei­se über den Bild­rand hin­aus, Fest­kör­per ge­ra­ten plötz­lich ins Schwe­ben. Spä­ter baut er ei­gen­hän­dig im Gar­ten der Vil­la Ro­ma­na in Flo­renz ei­ne glä­ser­ne Trep­pe, die sein Stre­ben nach künst­le­ri­scher Über­hö­hung ir­di­scher Ver­hält­nis­se do­ku­men­tiert.

Klaus Hei­der ritzt sei­ne heiß ge­lieb­ten „Kör­per­pro­jek­tio­nen“auch mal in den Sand der fran­zö­si­schen At­lan­tik­küs­te, auf Si­zi­li­en ent­deckt er am Strand den „Schat­ten der Unend­lich­keit“und via Fo­to­gra­fie und Ne­on-In­stal­la­ti­on macht er deut­lich, wie man so­gar mit dem Licht wun­der­bar zeich­nen und schrei­ben kann. Die

Kup­pel des Pan­the­on in Rom mit der in den Raum schie­ßen­den Licht­fül­le hat­te ihn der­art fas­zi­niert, dass er ihm ei­ne gan­ze Wer­k­rei­he ge­wid­met hat. Und hier auf Schloss Fils­eck mer­ken wir, dass Klaus Hei­der den Kunst­ho­ri­zont des Be­trach­ters tat­säch­lich um ein gu­tes Stück er­wei­tert.

In­fo: „Klaus Hei­der – Ima­gi­na­ti­on und In­tui­ti­on“bis 8. No­vem­ber in der Obe­ren Ga­le­rie auf Schloss Fils­eck; Öff­nungs­zei­ten: Mi-So 13-17 Uhr; www.schloss­fils­eck.de.

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Klaus Hei­ders „Dunk­le Ener­gie“von 2009 auf Schloß Fils­eck.

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