Alb Bote (Muensingen)

Blind­wü­ti­ge Zer­stö­rung

Auf dem Ge­län­de ei­nes Schel­klin­ger Au­to­hau­ses ha­ben Un­be­kann­te an zwölf Fahr­zeu­gen Schei­ben ein­ge­schla­gen. Die Po­li­zei hat Spu­ren ge­si­chert.

- Von Bern­hard Raidt Renault Co · Automobile Industry in Romania · Auch · Ulm · Cooper-Standard Automotive

Zer­bors­te­ne Schei­ben, her­aus­ge­ris­se­ne Dich­tun­gen, de­mo­lier­te Au­to-In­nen­räu­me – Un­be­kann­te ha­ben in der Nacht zum ver­gan­ge­nen Frei­tag auf dem Ge­län­de des Au­to­hau­ses Schau­de in Schel­klin­gen schlimm ge­wü­tet. „Zwölf Au­tos sind jetzt Schrott“, be­rich­tet Au­to­händ­ler Karl Schau­de. Die ge­brauch­ten Fahr­zeu­ge hät­ten in die­ser Wo­che ins Aus­land ex­por­tiert wer­den sol­len. „Die Re­pa­ra­tur lohnt sich nicht mehr“, sagt Schau­de. Sie müs­sen jetzt ent­sorgt wer­den. Ei­ne Ver­si­che­rung gibt es nicht für die al­ten Ge­brauch­ten, der Au­to­händ­ler bleibt auf dem Scha­den sit­zen. Bis zu 800 Eu­ro wa­ren die Au­tos je­weils noch wert, ei­nes hät­te Schau­de so­gar für 3000 Eu­ro ver­kau­fen kön­nen.

Kein Ein­zel­fall

Zum Glück ha­ben der oder die Tä­ter die ganz in der Nä­he ge­park­ten Neu­wa­gen des Au­to­hau­ses in Ru­he ge­las­sen. Sie wü­te­ten in dem Teil der gro­ßen Aus­stel­lungs­flä­che, der wei­ter ent­fernt von den Ver­kaufs­räu­men und Werk­statt liegt. Doch Scha­den und Är­ger sind trotz­dem groß: „Un­mög­lich, rei­ne Mut­wil­lig­keit. So was macht man ein­fach nicht“, är­gert sich Schau­de.

Die Tat ist kein Ein­zel­fall. Schon frü­her sei­en Fahr­zeu­ge auf

dem Ge­län­de sei­nes Au­to­hau­ses be­schä­digt wor­den, be­rich­tet Schau­de. Und am Wo­che­n­en­de zu­vor ha­ben ein oder meh­re­re Tä­ter sechs Au­tos in der Schel­klin­ger Kon­ra­di­stra­ße de­mo­liert – auch hier gin­gen sie äu­ßert ra­bi­at vor und schlu­gen gleich die Schei­ben ein. Noch ist nicht klar, ob die glei­chen Un­be­kann­ten am Werk wa­ren.

Doch bei ih­rer Zer­stö­rungs­or­gie ha­ben sie reich­lich Spu­ren hin­ter­las­sen. Es sei um­fang­rei­ches Ma­te­ri­al ge­si­chert wor­den, be­rich­tet Hol­ger Fink von der Pres­se­stel­le des Po­li­zei­prä­si­di­ums Ulm. „Je mehr Spu­ren wir fin­den, des­to grö­ßer sind un­se­re Chan­cen, die Ta­ten auf­zu­klä­ren.“

Blut ent­deckt

Dem Ver­neh­men nach ha­ben die Er­mitt­ler auch Blut ent­deckt – an­ge­sichts der vie­len zer­bro­che­nen Schei­ben und vie­len Glas­split­tenr in und ne­ben den Fahr­zeu­gen auf dem Ge­län­de des Au­to­hau­ses ist es nicht un­wahr­schein­lich, dass sich ein Tä­ter ver­letzt hat. Fink will den Fund des Blu­tes al­ler­dings aus er­mitt­lungs­tak­ti­schen

Grün­den nicht be­stä­ti­gen. Man wol­le zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch mög­lichst we­nig über den oder die Tä­ter preis­ge­ben, um die Er­mitt­lun­gen nicht zu ge­fähr­den, sagt der Be­am­te.

Je­den­falls bit­tet die Po­li­zei um Hin­wei­se von Zeu­gen. Die könn­te es in der Tat ge­ben – denn die gro­ße Frei­flä­che des Re­nault- und Da­cia-Au­to­hau­ses liegt di­rekt an der viel be­fah­re­nen Bun­des­stra­ße 492. Gut mög­lich, dass je­mand in der Nacht zum Frei­tag beim

Vor­bei­fah­ren et­was Auf­fäl­li­ges be­ob­ach­tet hat. Ge­gen­über, auf der an­de­ren Stra­ßen­sei­te der Frei­flä­che, be­fin­det sich liegt das Werk von Co­oper Stan­dard in Schel­klin­gen. Dort wer­den die Ta­ten in der Nacht nicht be­merkt wor­den sein.

Aber die Kon­ra­di­stra­ße, in der am Wo­che­n­en­de zu­vor wei­te­re Au­tos be­schä­digt wur­den, liegt di­rekt in der Schel­klin­ger In­nen­stadt. Auch hier könn­te es Zeu­gen ge­ben. Wer et­was be­ob­ach­tet hat, soll sich bei der Po­li­zei un­ter Te­le­fon (07391) 5880 mel­den.

Un­mög­lich. Das war rei­ne Mut­wil­lig­keit. So et­was macht man ein­fach nicht.

Karl Schau­de Au­to­händ­ler Schel­klin­gen

Je mehr Spu­ren wir ha­ben, des­to grö­ßer sind un­se­re Chan­cen, die Ta­ten

dauf­zu­klä­ren.

Hol­ger Fink Po­li­zei­prä­si­di­um Ulm

Ein Schutz ist schwie­rig

Au­to­händ­ler Schau­de hofft jetzt, dass der oder die Tä­ter bald ge­fasst wer­den. Denn die Fahr­zeu­ge auf Dau­er vor Be­schä­di­gun­gen zu schüt­zen sei sehr schwie­rig. Die Leu­te müss­ten doch zu den Au­tos, für die sie sich in­ter­es­sie­ren, hin­ge­hen und sie aus der Nä­he an­schau­en kön­nen, sagt Schau­de. Ei­nen Zaun kön­ne er da nicht um das Ge­län­de bau­en.

 ?? Fo­to: Bern­hard Raidt ?? Pu­re Lust an an der Zer­stö­rung. Un­be­kann­te ha­ben in der Nacht zum Frei­tag an Au­tos in Schel­klin­gen die Schei­ben ein­ge­schla­gen.
Fo­to: Bern­hard Raidt Pu­re Lust an an der Zer­stö­rung. Un­be­kann­te ha­ben in der Nacht zum Frei­tag an Au­tos in Schel­klin­gen die Schei­ben ein­ge­schla­gen.

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