Alb Bote (Muensingen)

Eiffelturm öffnet wieder

Besucher brauchen Impfnachwe­is oder Corona-Test.

- Kinder

Paris. Erstmals seit fast neun Monaten dürfen Besucher wieder auf den Eiffelturm. Die Pariser Bürgermeis­terin Anne Hidalgo sprach von einem „symbolträc­htigen Moment“. Das Wahrzeiche­n der französisc­hen Hauptstadt war seit Ende Oktober wegen Corona geschlosse­n. Am Mittwoch kommender Woche öffnet es wieder. Besucher müssen Maske tragen und zudem eine vollständi­ge Corona-Impfung, eine überstande­ne Infektion oder einen negativen Test nachweisen. Die tägliche Besucherza­hl des Eiffelturm­s ist auf 13 000 begrenzt, die Hälfte der normalen Besucherza­hl.

„Corona hat erhebliche Effekte auf das Geburtenve­rhalten“, sagt Martin Bujard, Forschungs­direktor beim Bundesinst­itut für Bevölkerun­gsforschun­g. „Das macht viel mit den Menschen.“Zwei Mechanisme­n spielen hier gegeneinan­der: Das eine ist die wirtschaft­liche Situation – sie ist in der Pandemie für viele unsicherer geworden, „das hatte einen negativen Effekt auf die Zahl der Geburten, vor allem in den USA und Südeuropa“. Auf der anderen Seite stehe „der Cocooning-Effekt“, sagt Bujard. „In der Pandemie ist die Bedeutung von Familie und bei einigen der Wunsch nach Kindern gestiegen.“

In anderen Ländern, die von Corona schwerer betroffen waren als Deutschlan­d, gab es ab Dezember einen starken Einbruch bei den Geburtenza­hlen, erklärt Soziologie-Professori­n Michaela Kreyenfeld von der Berliner Hertie School – hierzuland­e nicht. „Für Deutschlan­d springen die

Werte rauf und runter. Wenn man eine Seitwärtsb­ewegung“. ehrlich ist, muss man sagen: man Insgesamt ist die Zahl der Geburten sieht noch nichts.“Stabile ökonopro Frau seit etwa 2005 gestiemisc­he Bedingunge­n seien die gen, von 1,3 auf 1,5 Kinder. Ein wichtigste Voraussetz­ung für einen Grund sei die bessere Familienpo­litik, Kinderwuns­ch. „Vor diesem sagt Bujard. Vor allem der Hintergrun­d kann ich mir nicht Ausbau der Kitas und das Elterndgel­d vorstellen, dass es einen Babyn- hätten dazu geführt, dass boom gibt.“sich mehr Frauen – auch mit höherem

Die Zahlen für 2020 zeigen Bujard Bildungsab­schluss – für zufolge „keinen Trend, sondern ein Kind entscheide­n. Mütter, die 2020 ein Kind bekamen, waren im Durchschni­tt 31,6 Jahre und die Väter 34,6 Jahre alt. Beim erstgebore­nen Kind betrug das durchschni­ttliche Alter der Eltern 30,2 beziehungs­weise 33,2 Jahre.

Das Destatis-Team für demografis­che Analysen hat sich einzelne Bevölkerun­gsgruppen genauer angesehen. Erstmals seit 2008 bekamen Frauen im Osten 2020 weniger Babys als im Westen: Die Geburtenzi­ffer lag bei 1,55 Kinder je Frau im Westen und bei 1,54 Kinder im Osten. Und während bei Frauen mit deutscher Staatsange­hörigkeit die Geburtenzi­ffer konstant blieb, sank sie bei den Frauen mit ausländisc­her Staatsange­hörigkeit von 2,06 auf 2,00 Kinder je Frau.

Talsohle 1968 erreicht

Tendenziel­l werden Frauen in Deutschlan­d in Zukunft wohl eher mehr Kinder bekommen, wie aus der Analyse auch hervorgeht. Die „endgültige Kinderzahl“war bei Frauen der 1960er Jahrgänge kontinuier­lich gesunken. Beim Jahrgang 1968 hatte sie mit 1,49 Kindern je Frau die Talsohle erreicht. „Die in den 1970er Jahren geborenen Frauen werden durchschni­ttlich mehr Kinder zur Welt bringen“, sagt das Demografie-Team. „Die endgültige Kinderzahl wird voraussich­tlich spätestens beim Jahrgang 1979 die Marke von 1,6 Kindern je Frau überschrei­ten.“

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