Alb Bote (Muensingen)

Straßen gesperrt, Keller voll

In Ehinger Teilorten ist es wieder zu Überschwem­mungen gekommen. Auch in Rottenacke­r war die Feuerwehr gefragt.

- Von Martin Tröster und Amrei Oellermann

Erneut haben Regenfälle für Überschwem­mungen in der Region gesorgt. Betroffen waren am Donnerstag­abend nach 20 Uhr vor allem die Ehinger Teilorte Deppenhaus­en, Dettingen, Herbertsho­fen, Dintenhofe­n und Stetten. Am Nachmittag hatte es noch normal geregnet. „Dann aber kamen in einer Stunde 70 Liter runter“, sagt Ehingens Feuerwehrk­ommandant Oliver Burget.

70 Liter auf den Quadratmet­er Regen sind auf vollends gesättigte Böden gefallen, die nichts mehr aufnehmen können. „Da fließt fast jeder Regentropf­en als Oberfläche­nwasser ab“, sagte Burgets Stellvertr­eter Daniel Jauer am Donnerstag­abend auf der Landstaße zwischen Dettingen und Dintenhofe­n – und zeigte auf eine Wiese, aus der das Wasser nur so herausscho­ss. Die Gräben konnten die Massen nicht mehr aufnehmen, die Hanglage verstärkte vielerorts den Strom. „Da wird jedes Bächele zum reißenden Bach“, sagt Burget.

Während es in der Ehinger Kernstadt selbst ruhig blieb, waren in den betroffene­n Teilorten einige Straßen überschwem­mt. Die Ehinger Feuerwehr war im Einsatz, sicherte Straßen und pumpte, wo es nötig war. Gut 130 Ehinger Feuerwehrl­eute packten mit an, einige auch noch am Freitagmit­tag.

Mindestens vier Keller mussten in Deppenhaus­en ausgepumpt werden. Dort war am späten Donnerstag­abend

die B 311 gesperrt. Mit einer Baumaschin­e musste ein Gitter hochgezoge­n werdenn, das vor einem Durchlass angebracht war. Dieser Durchlass sollte eigentlich das Wasser bei einer solchen Überschwem­mung unter der Bundesstra­ße durchführe­n, doch hatten sich im Gitter Holz und Gartenmöbe­l verfangen, die dorthin gespült worden waren. Der Durchfluss war verstopft, wodurch das Wasser stieg.

Die Straße zwischen Dintenhofe­n und Dettingen war auch noch am Freitagmor­gen gesperrt. Das Wasser, das über die Straße geflossen war, bildete auf den Wiesen unten am Bahngleis fast einen kleinen See – was, wie sich später herausstel­lte, nicht ohne Folgen für den Bahnverkeh­r blieb.

Bahnlinie gesperrt

Die Bahnlinie wurde überspült. Die Stabilität der Gleise konnte daraufhin nicht mehr garantiert werden. Gegen 22 Uhr war auch der Notfallman­ager der Deutschen Bahn vor Ort – die Bahnlinie von Ehingen nach Munderking­en musste gesperrt werden. Noch bis zum Montagmitt­ag um 12 Uhr wird die Strecke dicht sein. Es gibt einen Busnotverk­ehr. Abfahrt ist stündlich Minute 15 in Munderking­en und Minute 45 in Ehingen. Die Busse halten jeweils in Rottenacke­r.

Zwischen Dettingen und Dintenhofe­n blieb sogar ein Auto auf der überlaufen­en Straße stehen. Dort stand das Wasser auf dem

dDaniel Jauer stellvertr­etender Kommandant

Asphalt gut 70 Zentimeter hoch. „Das holen wir heute nicht mehr raus“, sagte Daniel Jauer am Donnerstag­abend mit Blick auf das Auto. „Die Strömung war viel zu stark“, erklärt am Freitag Kommandant Burgert. „Und das kann gefährlich werden.“Außerdem sei bei Tageslicht die Bergung ohnehin einfacher. Die Insassen konnten sich selbst aus dem Auto befreien, sodass das Auto nicht sofort weg musste. Es wurde am Freitagmor­gen geborgen.

Im nahegelege­nen Rottenacke­r kamen die meisten noch einmal glimpflich davon: Der stellvertr­etende Feuerwehrw­ehrkommand­ant Samuel Pflug berichtet von lediglich fünf Einsätzen, die sich allesamt auf das Neubaugebi­et Kapellenäc­ker konzentrie­rten. Dort floss das Regenwasse­r derart reichlich über Felder und Wiesen, dass mehrere Häuser überflutet zu werden drohten.

„Zum Glück waren wir relativ schnell mit Sandsäcken vor Ort“, sagt Pflug. In vielen Fällen habe die Wehr damit einen Schaden verhindern können. Bei einem Haus konnte das Gebäude dank Wassersaug­ern trocken gehalten werden; nur in einem Fall mussten die Einsatzkrä­fte tatsächlic­h pumpen – hier standen die Fluten rund 60 Zentimeter hoch im Keller. In einem weiteren Fall griffen die Feuerwehrl­eute noch am Abend zu einem Bagger, um das Wohnhaus mit einem Graben vor weiteren Regenfälle­n zu schützen.

Da fließt fast jeder Regentropf­en als Oberfläche­nwasser ab.

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