Das Huhn im Por­zel­lan­la­den

Alb Bote (Münsingen) - - VORDERSEIT­E - Gui­do Boh­sem

Wahr­heit gar nicht so dumm wie es die Re­de­wen­dung sagt. Ok, Hüh­ner ver­hal­ten sich ziem­lich schräg. Die­ses Glu­cken, Pi­cken und das stän­di­ge Kopf­ge­zu­cke kön­nen aus mensch­li­cher Sicht un­mög­lich für be­son­de­re Klug­heit spre­chen. Doch ha­ben Wis­sen­schaft­ler, und nicht nur ame­ri­ka­ni­sche, das Ge­gen­teil fest­ge­stellt. Die Neu­ro­nen­dich­te in der Groß­hirn­rin­de soll un­ge­fähr ge­nau­so groß sein wie bei Pri­ma­ten. Was im­mer das heißt.

Die Men­schen in Ybor Ci­ty, ei­nem Orts­teil von Tam­pa in

Flo­ria, müs­sen kei­ne Vo­gel­kund­ler sein, um das zu wis­sen. Seit lan­gem lau­fen Hüh­ner dort frei her­um, sind Teil des Stadt­bil­des – wahr­schein­lich ge­nau so lan­ge, bis sie dann ge­schlach­tet und auf­ge­ges­sen wer­den. Der Kon­takt mit dem Fe­der­vieh ist je­doch nicht so eng wie an­ders­wo – ei­ne Über­tra­gung von Vi­ren vom Huhn auf den Men­schen hat es in Ybor noch nicht ge­ge­ben. Je­den­falls hat es kei­ner ge­merkt.

Ei­nes der Hüh­ner aus Ybor hat nun ei­nen Can­na­bis-Store über­fal­len und da­bei ei­ni­gen Scha­den an­ge­rich­tet. Al­so, ge­nau ge­nom­men ist das Huhn nur zu­fäl­lig in den La­den ge­tappt und hat sich dann in die Aus­la­ge des Schau­fens­ters ver­irrt, wo sehr teu­re Hasch­pfei­fen aus Glas prä­sen­tiert wur­den. Ein biss­chen pi­cken hier, ein biss­chen schar­ren dort, und für die Pfei­fen war’s vor­bei. Ins­ge­samt 1200 Dol­lar Ver­lust rich­te­te das Huhn an, be­vor es ein we­nig un­ge­hal­ten ga­cker­te und den La­den wie­der ver­ließ.

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