LANDESKÖPF­E

Alb Bote (Muensingen) - - SÜDWESTUMS­CHAU - epd/Fo­to: Stadt­ar­chiv Kirch­heim

Ju­li­us von Jan (1897-1964) ist in Ber­lin von der is­rae­li­schen Ho­lo­caust-Ge­denk­stät­te Yad Vas­hem als „Ge­rech­ter un­ter den Völ­kern“ge­ehrt wor­den. Bot­schaf­ter Je­re­my Is­sacharoff sag­te bei ei­ner Fei­er­stun­de, der würt­tem­ber­gi­sche Pfar­rer ha­be als „Mann Got­tes den Ju­den in der dun­kels­ten Zeit ih­rer Ge­schich­te“zur Sei­te ge­stan­den. Die Eh­ren­ur­kun­de und Me­dail­le nahm der Sohn, Richard von Jan, ent­ge­gen. Mit der Aus­zeich­nung wür­digt Yad Vas­hem Men­schen, die sich im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus für ver­folg­te Ju­den ein­ge­setzt ha­ben.

Der evan­ge­li­sche Pfar­rer von Jan hielt den An­ga­ben zu­fol­ge am 16. No­vem­ber

1938, ei­ne Wo­che nach der „Po­grom­nacht“, ei­ne Buß­tags­pre­digt in Oberlen­nin­gen (Kreis Ess­lin­gen), in der er das Nie­der­bren­nen der Sy­nago­gen und die Ver­schlep­pung der Ju­den in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ver­ur­teil­te. We­nig spä­ter wur­de er von SA-Män­nern zu­sam­men­ge­schla­gen. Er kam ins Ge­fäng­nis. Im April 1939 wur­de Ju­li­us von Jan aus Würt­tem­berg aus­ge­wie­sen und fand Zuflucht in Bay­ern. Nach ei­ner Ver­ur­tei­lung zu ei­ner Haft­stra­fe wur­de er 1940 an die Ost­front ge­schickt. Im Sep­tem­ber 1945 kehr­te er zu­rück ins Pfarr­haus nach Oberlen­nin­gen. Er starb am 21. Sep­tem­ber 1964.

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