FDP for­dert mehr Da­ten von Schu­len

Die Zahl der aus­ge­fal­le­nen St­un­den soll­te öf­fent­lich ein­seh­bar sein, ver­langt die Land­tags­frak­ti­on. Die Re­gie­rung ist da­ge­gen.

Alb Bote (Muensingen) - - SÜDWESTUMS­CHAU - Da­ni­el Wy­dra

Stuttgart. In vie­len Be­wer­bun­gen müs­sen Ju­gend­li­che den No­ten­schnitt ih­res Ab­schluss­zeug­nis­ses an­ge­ben. Für die ein­zel­nen Schu­len in Ba­den-Würt­tem­berg gilt das nicht – sie müs­sen nicht ver­öf­fent­li­chen, wie gut oder schlecht ih­re Ab­gän­ger ins­ge­samt ab­ge­schnit­ten ha­ben. Da­für und für wei­te­re Da­ten be­steht ei­ne Aus­nah­me im Lan­des­in­for­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz (LIFG). Die FDP-Frak­ti­on im Land­tag will das än­dern. Sie wird am Don­ners­tag ei­nen ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wurf zur Ab­stim­mung stel­len. Da aber bis­lang kei­ne an­de­re Frak­ti­on das Vor­ha­ben un­ter­stützt, wird es wohl ab­ge­lehnt wer­den.

Laut dem Ent­wurf sind „Da­ten über die Nut­zung und Ent­wick­lung der Schu­len, wie bei­spiels­wei­se Schü­ler­zah­len, für die All­ge­mein­heit von be­son­de­rem In­ter­es­se“. Der bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Frak­ti­on Timm Kern fin­det, dass Schü­ler und El­tern auch er­fah­ren soll­ten, wie viel Un­ter­richt an ei­ner Schu­le aus­fällt. Bei der Schul­wahl sei „den El­tern ei­ne dif­fe­ren­zier­te Beur­tei­lung zu­zu­trau­en, die nicht nur auf ei­nem ein­zel­nen Kri­te­ri­um be­ruht“. Wol­len Schu­len De­fi­zi­te be­he­ben, sei es in ih­rem In­ter­es­se, die Pro­ble­me öf­fent­lich zu ma­chen, um et­wa wei­te­re Lehr­kräf­te an­zu­wer­ben. Es dürf­ten je­doch nur In­for­ma­tio­nen of­fen­ge­legt wer­den, die kei­ne Rück­schlüs­se auf Per­so­nen zu­las­sen.

Man­che Schu­len und Kom­mu­nen ver­öf­fent­li­chen ei­nen Teil der Da­ten schon jetzt frei­wil­lig: Die Stadt Ulm gibt auf ih­rer Web­site den Schul­typ al­ler Ein­rich­tun­gen an, da­zu die je­wei­li­ge Schü­ler­zahl, die An­zahl der Klas­sen und das Be­treu­ungs­an­ge­bot.

Das ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um fürch­tet da­ge­gen, dass „Schul­ran­kings“er­stellt wür­den, wenn die Da­ten öf­fent­lich ein­seh­bar wä­ren. Sie wür­den nicht die Qua­li­tät der schu­li­schen Ar­beit ab­bil­den und al­le an­de­ren Fak­to­ren aus­blen­den, teil­te ei­ne Spre­che­rin mit. Zum Bei­spiel schaf­fe die Zu­sam­men­set­zung der Schü­ler­schaft un­ter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­rich­tun­gen. Da­ten zu ein­zel­nen Schu­len wür­den die Rea­li­tät ver­zerrt ab­bil­den. Des­halb wür­den sie nur von min­des­tens drei Schul­äm­tern ge­sam­melt of­fen­ge­legt. Zu­sätz­lich kön­nen Land­tags­ab­ge­ord­ne­te In­for­ma­tio­nen ein­zel­ner Schu­len ein­se­hen.

Der Lan­des­be­auf­trag­te für den Da­ten­schutz und die In­for­ma­ti­ons­frei­heit Ste­fan Brink hat­te in der An­hö­rung nichts ge­gen den Ent­wurf der FDP ein­zu­wen­den. Viel­mehr sei die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung im LIFG zu un­spe­zi­fisch, weil die „leis­tungs­be­zo­ge­nen Da­ten“von Schu­len nicht nä­her de­fi­niert sei­en. „Die­se Re­ge­lung schafft Rechts­un­si­cher­heit für al­le Sei­ten.“

Das The­ma „Schu­le“be­schäf­tigt am Don­ners­tag den Land­tag. Die­ses Mal geht es um Da­ten.

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