KUL­TUR

All About Italy (Germany) - - Editorial - John Da­por­to

Ivrea ist als idea­le Stadt der in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on des 20. Jahr­hun­derts der 54. Ort, der in Ita­li­en zum Weltkulturerbe er­klärt wur­de. „Ei­ne An­er­ken­nung, die sich auf das hu­ma­nis­ti­sche Kon­zept der Ar­beit von Adria­no Oli­vet­ti be­zieht, das hier kom­plett ver­wirk­licht wur­de. Ein Kon­zept, bei dem der wirt­schaft­li­che, so­zia­le und kul­tu­rel­le Wohl­stand der Mit­ar­bei­ter als we­sent­li­cher Teil des Her­stel­lungs­pro­zes­ses gilt“. Dies ist die Be­grün­dung, wie der Kul­tur­mi­nis­ter Al­ber­to Bo­ni­so­li er­klärt, wes­halb die pie­mon­te­si­sche Pro­vinz­haupt­stadt in die Lis­te des Unesco-welt­kul­tur­er­bes auf­ge­nom­men wur­de. Mit die­ser An­er­ken­nung be­stä­tigt sich Ita­li­en mit 54 Stät­ten als Le­a­der in der re­nom­mier­ten Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes, ge­folgt von Chi­na (52) und Spa­ni­en (46). Das 1908 von Ca­mil­lo Oli­vet­ti ge­grün­de­te Ivrea ist ein so­zio-kul­tu­rel­les In­dus­trie­pro­jekt des 20. Jahr­hun­derts, das sich in den Jah­ren 1930 bis 1960 un­ter der Lei­tung Adria­no Oli­vet­tis ent­wi­ckel­te, in ei­ner Zeit al­so, in der die Fir­ma Oli­vet­ti Schreib­ma­schi­nen, me­cha­ni­sche Rech­ner und Com­pu­ter her­stell­te. Die Gestal­tung der Stadt und der Ge­bäu­de wur­de von ei­ni­gen der be­rühm­tes­ten ita­lie­ni­schen Ar­chi­tek­ten und Städ­te­pla­ner die­ser Zeit ent­wor­fen und lie­fert ein be­deu­ten­des Bei­spiel für die Theo­ri­en der Städ­te­pla­nung und der Ar­chi­tek­tur des 20. Jahr­hun­derts als Re­ak­ti­on auf die in­dus­tri­el­len und so­zia­len Ve­rän­de­run­gen, ein­schließ­lich des Über­gangs der ma­schi­nel­len zur di­gi­ta­len In­dus­trie.

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