EX-FBI-CHEF rech­net mit Trump ab

Prä­si­dent sei „mo­ra­lisch un­ge­eig­net“für das Amt, weil er „kon­ti­nu­ier­lich lügt“

Aller-Zeitung - - TAGESTHEMEN - VON STE­FAN KOCH

WASHINGTON. Der spek­ta­ku­lä­re Schlag­ab­tausch zwi­schen dem Us-prä­si­den­ten und dem frü­he­ren Chef des FBI geht in ei­ne neue Run­de. Do­nald Trump sei ei­ne Ge­fahr für die In­sti­tu­tio­nen der Ver­ei­nig­ten Staa­ten und für die kul­tu­rel­len Nor­men, schreibt Ja­mes Co­mey in ei­nem Buch über sei­ne Amts­zeit, das am heu­ti­gen Di­ens­tag er­scheint.

„Er ist mo­ra­lisch un­ge­eig­net, das Prä­si­den­ten­amt aus­zu­fül­len“, sagt Co­mey über den Prä­si­den­ten. Im In­ter­view mit dem Sen­der ABC News er­hebt der eins­ti­ge Che­f­er­mitt­ler schwe­re Vor­wür­fe ge­gen Trump: „Ei­ne Per­son, die Frau­en wie ein Stück Fleisch be­han­delt und auch so über sie re­det, die kon­ti­nu­ier­lich über gro­ße und klei­ne Din­ge lügt und dar­auf be­steht, dass die Ame­ri­ka­ner das glau­ben – die­se Per­son taugt nicht zum Prä­si­den­ten der USA.“

We­ni­ge St­un­den vor dem In­ter­view hat­te Trump sei­nen Ge­gen­spie­ler per Twit­ter wüst be­schimpft. Co­mey sei ein aal­glat­ter Typ: „Er wird als der schlech­tes­te Fbi-di­rek­tor in die Ge­schich­te ein­ge­hen, mit Ab­stand.“Zu­vor hat­te Trump ihn als „lüg­ne­ri­schen Schleim- ball“be­lei­digt und be­tont, stolz zu sein, Co­mey im Mai 2017 ent­las­sen zu ha­ben.

Trump er­wähnt al­ler­dings nicht, dass die Bun­des­po­li­zei zu­vor Er­mitt­lun­gen auf­nahm und seit­dem der Fra­ge nach­geht, ob sich Russ­land zu­guns­ten Trumps in den Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf ein­ge­mischt hat­te. Mitt­ler­wei­le gilt Co­mey als ei­ner der wich­tigs­ten Zeu­gen von Fbi-son­der­er­mitt­ler Ro­bert Mu­el­ler. Im Mit­tel­punkt der Un­ter­su­chung steht un­ter an­de­rem die Fra­ge, ob sich Trump der Jus­tiz­be­hin­de­rung schul­dig mach­te, da er Co­mey ge­drängt ha­ben soll, die Nach­for­schun­gen fal­len zu las­sen.

In sei­nem Buch schreibt Co­mey nun, dass Trump ihn un­mit­tel­bar nach sei­ner Amts­ein­füh­rung ge­drängt ha­ben soll, sei­ne „per­sön­li­che Loya­li­tät“ zu er­klä­ren. Sein obers­ter Di­enst­herr ha­be ver­sucht, die Gren­zen zwi­schen Po­li­zei­ar­beit und Po­li­tik zu ver­wi­schen. Nach Mei­nung Co­meys ein ge­ra­de­zu un­er­hör­ter Vor­gang: „Mei­ne Loya­li­tät gilt dem ame­ri­ka­ni­schen Volk und den In­sti­tu­tio­nen.“Dem­ent­spre­chend be­ti­tel­te Co­mey auch sein Buch: „A Hig­her Loyal­ty“(Ei­ne hö­he­re Loya­li­tät).

Das Bild, das der frü­he­re Be­hör­den­chef vom Prä­si­den­ten zeich­net, ist ver­hee­rend: Im Wei­ßen Haus herr­sche ei­ne At­mo­sphä­re wie in ei­ner ma­fiö­sen Ge­sell­schaft, in der Treue­schwü­re ei­ne grö­ße­re Be­deu­tung be­sit­zen wür­den als Recht und Ge­setz. So schreibt Co­mey: „Ich den­ke nicht, dass er aus me­di­zi­ni­scher Sicht un­ge­eig­net ist. Ich den­ke, dass er mo­ra­lisch un­ge­eig­net ist, Prä­si­dent zu sein.“Und wei­ter heißt es: „Un­ser Prä­si­dent muss Re­spekt ver­kör­pern und für die Wer­te ste­hen, die un­ser Land aus­ma­chen. Das Wich­tigs­te ist die Wahr­heit“, so Co­mey. „Die­ser Prä­si­dent ist nicht in der La­ge, das zu tun.“

Kon­kre­te Be­wei­se für sei­ne Vor­wür­fe legt der frü­he­re Che­f­er­mitt­ler in sei­ner Abrech­nung nicht vor. Co­mey hegt al­ler­dings den Ver­dacht, dass die rus­si­sche Re­gie­rung kom­pro­mit­tie­ren­des Ma­te­ri­al über Trump be­sit­ze. Der 57Jäh­ri­ge spielt mit die­sen Spe­ku­la­tio­nen auf un­be­stä­tig­te Be­rich­te an, wo­nach sich Trump vor fünf Jah­ren wäh­rend ei­ner Ge­schäfts­rei­se in Mos­kau mit Pro­sti­tu­ier­ten in ei­nem Ho­tel ge­trof­fen ha­ben soll, das vom rus­si­schen Ge­heim­dienst ge­nau­es­tens be­ob­ach­tet wird.

FO­TO: AP

Der frü­he­re FBI-CHEF Ja­mes Co­mey: In ei­nem neu­en Buch wirft er Us-prä­si­dent Do­nald Trump vie­le De­fi­zi­te vor.

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