SPD strei­tet über neu­es Weih­nachts­geld

13. Mo­nats­ge­halt für Lan­des­be­diens­te­te wür­de bis zu 700 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten

Aller-Zeitung - - NIEDERSACHSEN - VON MICHA­EL B. BER­GER

HANNOVER. Die SPD kämpft seit Sonn­abend wie­der mit ei­nem The­ma, das schon man­chem Fi­nanz­mi­nis­ter als Weih­nachts­mann ver­klei­de­te Ge­werk­schaf­ter vors Haus brach­te. Mi­nis­ter­prä­si­dent Chris­ti­an Wul­ff (CDU) hat­te das Weih­nachts­geld in Form des zu­sätz­li­chen Mo­nats­ge­halts 2005 ab­ge­schafft – nach dem Wil­len ei­ner Mehr­heit des Spd-par­tei­ta­ges in Bad Fal­ling­bos­tel soll­te es aber wie­der ein­ge­führt wer­den. Die Mehr­heit der De­le­gier­ten hat­te sich mit ih­rem Be­schluss der Par­tei­tags­re­gie ent­zo­gen, die den An­trag der Frak­ti­on zur Prü­fung über­wei­sen woll­te.

Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Stephan Weil (SPD) er­klär­te am Mon­tag ziem­lich klar, dass der Par­tei­tags­be­schluss für ihn erst ein­mal kein The­ma sei. „Die­ses The­ma ist in der Ko­ali­ti­ons­ver­ein­ba­rung nicht vor­ge­se­hen und in An­be­tracht der Fi­nanz­la­ge ist ei­ne Rea­li­sie­rung der För­de­rung kurz­fris­tig un­wahr­schein­lich“, ließ Weil er­klä­ren. Auch der Vor­stand der SPD- Land­tags­frak­ti­on dis­ku­tier­te am Mon­tag über die neue La­ge, die der Par­tei­an­trag aus­ge­löst hat­te. Der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Chris­tos Pan­ta­zis sag­te, der An­trag ent­spre­che durch­aus ei­nem so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen An­lie­gen, dem sich die Lan­des­re­gie­rung nicht ent­zie­hen kön­ne: „Aber man muss das Wünsch­ba­re und das Mach­ba­re zu­sam­men­brin­gen.“Die fi­nanz­po­li­ti­sche Ex­per­tin der SPD, Frau­ke Hei­li­gen­stadt, schätzt, dass man ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Eu­ro bräuch­te, um das frü­her aus­ge­zahl­te Weih­nachts­geld wie­der an die Be­am­ten zu ver­tei­len. Auch wenn sie Ver­ständ­nis für den Wunsch ha­be, „wä­re dies ein zu gro­ßer Bro­cken“.

So sieht es auch Fi­nanz­mi­nis­ter Rein­hold Hil­bers (CDU): „Ich schät­ze, dass die Wie­der­ein­füh­rung des Weih­nachts­gel­des 700 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten wür­de – da se­he ich kei­nen Spiel­raum“, sag­te Hil­bers Mon­tag­abend. Sein Par­tei­freund Ulf Thie­le, CDUFi­nanz­spre­cher, sagt: „Nach mensch­li­chem Er­mes­sen wer­den die Spiel­räu­me nicht rei­chen.“

FO­TO: DPA

Die Hoff­nung bleibt: Be­reits im De­zem­ber 2017 de­mons­trier­ten Feu­er­wehr­leu­te vor dem Land­tag für ein Weih­nachts­geld.

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