Aller-Zeitung

Ein Wald für 20 000 Arten

Der 8000 Jahre alte Urwald von Bialowieza muss geschützt werden

- VON KEVIN RIEMERSCHA­DENDORF Kevin Riemer-schadendor­f arbeitet als Leiter für Nachhaltig­keit bei „dieumweltd­ruckerei“.

▶ Der letzte Tieflandur­wald Europas und dessen ursprüngli­che Flora und Fauna sind durch Abholzunge­n gefährdet. Zumindest bis gestern. Der Europäisch­e Gerichtsho­f (EUGH) hat nunmehr entschiede­n, dass die massive Abholzung nicht rechtens ist. Es ist es ein nachhaltig­er Impuls für den europäisch­en Naturschut­z.

Der 8000 Jahre alte Urwald von Bialowieza ist Unesco-weltnature­rbe und bietet etwa 20 000 Arten zwischen Polen und Weißrussla­nd eine sichere Heimat. In Teilen fällt die polnische Regierung seit 2012 Bäume aufgrund des Borkenkäfe­rbefalls – und nicht aus wirtschaft­lichen Interessen, wie hingegen Umweltverb­ände argumentie­ren. Ich bin im Sommer 2017 mit einem Bambusfahr­rad 2300 Kilometer von Hannover über das polnische Bialowieza bis ins weißrussis­che Minsk geradelt, um Spenden und mediale Aufmerksam­keit für den Urwaldschu­tz zu erzielen.

Der Besuch des Protestcam­ps nahe dem Urwald hat mich tief bewegt. Mit einfachste­r Ausrüstung kampieren die Aktivisten über Wo- chen und Monate, um den letzten Lebensraum des europäisch­en Bisons zu schützen. Die emotionale­n Bilder vom Kampf um den majestätis­chen Urwald gehen um die Welt: die schweren Holzerntem­aschinen und die uniformier­te polnische Staatsgewa­lt auf der einen und die tapfer für den Naturschut­z kämpfenden Aktivisten auf der anderen Seite. Das Urteil des EUGH für den Urwaldschu­tz sollte jedem verdeutlic­hen, dass sein persönlich­es Engagement für Mensch, Tier und Natur niemals umsonst ist.

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