Die Ök­o­um­la­ge schrumpft – doch das ver­pufft

We­gen zu­sätz­li­cher Be­las­tun­gen kön­nen die Strom­prei­se im nächs­ten Jahr stei­gen

Aller-Zeitung - - WIRTSCHAFT - VON FRANK-THO­MAS WEN­ZEL

FRANK­FURT. Die Eeg-um­la­ge sorg­te einst für Är­ger bei Ver­brau­chern. Schließ­lich gab es über Jah­re er­heb­li­che Er­hö­hun­gen. Doch nun kommt die fro­he Bot­schaft, dass es im nächs­ten Jahr ei­ne Er­mä­ßi­gung bei der Ab­ga­be zur För­de­rung der er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en (Eeg-um­la­ge) ge­ben wird. Das kann auf den Strom­preis durch­schla­gen.

Der­zeit muss je­der Strom­kun­de 6,79 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de zah­len, um die er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en zu för­dern. Nach ver­schie­de­nen Be­rech­nun­gen wird die Um­la­ge für 2019 auf ei­nen Wert zwi­schen 6,4 und 6,6 Cent sin­ken. Die of­fi­zi­el­le Zahl will die Bun­des­netz­agen­tur am Mon­tag be­kannt ge­ben.

Wind- und Son­nen­strom werden zu ge­setz­lich fest­ge­leg­ten Ent­gel­ten ins Netz ein­ge­speist. Die gro­ßen Netz­be­trei­ber ver­kau­fen die elek­tri­sche Ener­gie an der Strom­bör­se. Da­bei er­zie­len sie aber Ein­nah­men, die in der Re­gel un­ter den fes­ten Ver­gü­tungs­sät­zen lie­gen. Die Netz­be­trei­ber ma­chen mit Ver­kauf der Öko­en­er­gie al­so Ver­lus­te. Die­se werden über die Eegum­la­ge aus­ge­gli­chen.

Die Fehl­be­trä­ge werden aber ge­rin­ger, wenn elek­tri­sche Ener­gie am Strom­markt ins­ge­samt teu­rer wird. Ge­nau das ist in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ge­sche­hen. Fe­lix Matthes vom Öko-in­sti­tut in Frei­burg wagt die Pro­gno­se, dass Kos­ten für kon­ven­tio­nel­le An­la­gen wei­ter­hin hoch blei­ben werden. Des­halb er­war­te er auch für das Jahr 2020 „in je­dem Fall ei­ne wei­te­re spür­ba­re Sen­kung der Um­la­ge“, sag­te Matthes dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND).

Die Ver­brau­cher werden al­so bei der Kom­po­nen­te, die et­wa ein Fünf­tel des Strom­prei­ses aus­macht, ent­las­tet. Doch wie sieht es mit der Ge­samt­rech­nung aus? Ex­per­ten des Ver­brau­cher­por­tals Ve­ri­vox er­war­ten, dass Ver­brau­cher just die ge­stie­ge­nen Groß­han­dels­prei­se schon im nächs­ten Jahr zu spü­ren be­kom­men: „Wir ge­hen von ei­ner kurz- bis mit­tel­fris­ti­gen Er­hö­hung des durch­schnitt­li­chen Preis­ni­veaus von 2 bis 5 Pro­zent aus.“

Das wür­de für ei­nen Drei­bis Vier­per­so­nen­haus­halt Mehr­kos­ten von 30 bis 40 Eu­ro pro Jahr aus­ma­chen.

FO­TO: CHRIS­TI­AN CHA­RI­SI­US/DPA

Die Strom­ge­win­nung aus Son­ne und Wind wird von den Ver­brau­chern über die Eeg-um­la­ge ge­för­dert.

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