Ver­lie­ren ver­bo­ten

Die Par­tie der DFB-ELF ge­gen die Nie­der­lan­de in Ams­ter­dam wird rich­tungs­wei­send für die nächs­ten Mo­na­te

Aller-Zeitung - - SPORT - VON HEI­KO OS­TEN­DORP

AMS­TER­DAM. An die epi­schen Du­el­le zwi­schen Hol­land und Deutsch­land er­in­nert sich wohl je­der Fuß­ball­fan. An das Fi­na­le der WM 1974, als Gerd Mül­ler die DFB-ELF zum Ti­tel im ei­ge­nen Land schoss. An das Halb­fi­na­le bei der EM 1988, als die „Elf­tal“den Gast­ge­ber aus dem Tur­nier ke­gel­te und sich im End­spiel ge­gen Russ­land den Pott hol­te. Und na­tür­lich an die Schlacht im Wm-ach­tel­fi­na­le zwei Jah­re spä­ter, als Frank Ri­j­ka­ard Ru­di Völ­ler an­spuck­te und Deutsch­land nach un­glaub­li­chem Kampf mit 2:1 sieg­te. „Na­tür­lich weiß man um die­se Ri­va­li­tät“, sagt To­ni Kroos vor der Neu­auf­la­ge des Klas­si­kers am Sonn­abend in der Ams­ter­da- mer Jo­han-cruyff-are­na (20.45 Uhr, ZDF). „Aber uns in­ter­es­siert nur das ak­tu­el­le Spiel.“

Der Aus­gang des 41. Du­ells mit dem Ri­va­len ent­schei­det maß­geb­lich dar­über, wie groß der Druck am kom­men­den Di­ens­tag sein wird. Dann muss die DFB-ELF beim frisch­ge­ba­cke­nen Welt­meis­ter Frank­reich ran. Im Fal­le ei­ner Nie­der­la­ge ge­gen Hol­land wür­de es dann aber nicht nur plötz­lich ge­gen den Ab­stieg ge­hen, son­dern vor al­lem je­de Men­ge neue Dis­kus­sio­nen ge­ben. In ers­ter Li­nie um Joa­chim Löw.

Na­tür­lich will der Bun­des­trai­ner da­von (noch) nichts wis­sen. Er sagt aber den­noch: „Wir wis­sen, dass wir wei­ter un­ter Be­ob­ach­tung ste­hen. Wir müs­sen schau­en, dass wir da an­knüp­fen, wo wir im Sep­tem­ber be­gon­nen ha­ben. Das war ein ers­ter klei­ner Schritt.“Dem 0:0 ge­gen Frank­reich am 1. Spiel­tag folg­te ein 2:1-Sieg im Test ge­gen Pe­ru. „Was die Ein­stel­lung be­traf, hat sich die Mann­schaft da sehr gut prä­sen­tiert“, so Löw.

Frank­reich führt die Grup­pe ak­tu­ell mit vier Punk­ten aus zwei Spie­len an. Der Ta­bel­len­ers­te qua­li­fi­ziert sich mit drei wei­te­ren Grup­pen- sie­gern für das Fi­nal­tur­nier im Ju­ni 2019, der Letz­te steigt ab. Das Ab­schnei­den wird auch die Qua­li­fi­ka­ti­on für die EM 2020 be­ein­flus­sen, denn aus der Ge­samt­ta­bel­le der Na­ti­ons Le­ague er­gibt sich die Zu­sam­men­set­zung der Töp­fe für die Aus­lo­sung am 2. De­zem­ber in Du­blin. Heißt: Je bes­ser Deutsch­land ab­schnei­det, des­to leich­ter wür­de die Qua­li-grup­pe.

Ne­ben Il­kay Gün­do­gan, Mar­co Reus, Nils Pe­ter­sen und An­to­nio Rü­di­ger reis­ten zu­letzt auch noch Le­on Go­retz­ka und Ke­vin Trapp ver­let­zungs­be­dingt ab. Löw sagt den­noch selbst­be­wusst: „Wir wol­len das Spiel und die­se Grup­pe ge­win­nen. Auch wenn ich Hol­land auf Au­gen­hö­he se­he.“

Da­zu braucht es To­re. Denn auch wenn die ers­ten bei­den Auf­trit­te nach dem Wm-de­ba­kel or­dent­lich wa­ren, blie­ben al­te Pro­ble­me er­kenn­bar – zum Bei­spiel die Chan­cen­ver­wer­tung. Nur zehn Tref­fer in den letz­ten elf Län­der­spie­len sind na­tür­lich deut­lich zu we­nig. Löw gibt zu: „Da hat­ten wir zu­letzt tat­säch­lich Pro­ble­me. Aber wir ha­ben ge­nug Spie­ler und ab­so­lut die Qua­li­tät, wie­der ef­fi­zi­en­ter zu werden.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.