Par­tei­en-pakt: Kampf ge­gen Nu­tria, Mar­der und Co.

Kreis­tags­frak­tio­nen SPD, CDU und ULG/FDP stem­men ge­mein­sa­men An­trag

Aller-Zeitung - - GIFHORN - VON UWE STADTLICH

LAND­KREIS GIF­HORN. Nu­tri­as, Mar­der­hun­den und Wasch­bä­ren soll es jetzt im Land­kreis Gif­horn an den Kra­gen ge­hen: Die Kreis­tags­frak­tio­nen von CDU, SPD und die Grup­pe ULG/FDP wol­len im Haus­halt 2019 die statt­li­che Sum­me von 22.000 Eu­ro (je Tier­art 5000 Eu­ro Schwanz­prä­mie so­wie 7000 Eu­ro für Fal­len) für die Be­kämp­fung be­reit­stel­len. Cdu-che­fin Tel­se Dirks­mey­er-viel­hau­er er­läu­ter­te am Frei­tag den An­trag.

Die Aus­brei­tung die­ser so ge­nann­ten „in­va­si­ven Tier­ar­ten“neh­me er­schre­ckend schnell zu, er­klär­te die Vor­sit­zen­de der Cdu-frak­ti­on. Der ge­sam­te Land­kreis sei be­trof­fen, ei­ne Be­ja­gung müs­se in al­len Mit­glieds­ge­mein­den statt­fin­den, um die wei­te­re Aus­brei­tung die­ser Tier­ar­ten zu ver­hin­dern. Ins­be­son­de­re Was­ser­läu­fe müss­ten vor den Nu­tri­as ge­schützt werden, da­mit die Ent­wäs­se­rung wei­ter­hin ge­währ­leis­tet sei.

„Al­le bis­her ge­trof­fe­nen Maß­nah­men rei­chen noch nicht hin“, steht für Tel­se Dirks­mey­er-viel­hau­er fest. Sie ver­weist in die­sem Zu­sam­men­hang auch auf die Zu­nah­me der Wasch­bä­ren-po­pu­la­ti­on. „Die­se Räu­ber ha­ben ei­nen er­heb­li­chen Ne­ga­tiv-ein­fluss auf Flo­ra und Fau­na im Kreis­ge­biet“, er­klär­te die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der CDU. Wasch­bä­ren wür­den Baum­nes­ter aus­räu­bern und am Bo­den le­ben­de Am­phi­bi­en so­wie Fle­der­mäu­se fres­sen. Auch an Feld­früch­ten wür­den sie er­heb­li­chen Scha­den an­rich­ten. Hei­mi­sche Tier­ar­ten wie Sumpf­schild­krö­te, Gelb­bau­chun­ke oder Rot­mi­lan wür­den stark ge­fähr­det.

Der An­trag der Kreis­tags­mehr­heit zie­le dar­auf ab, die Jä­ger­schaft mit Fal­len aus­zu­stat­ten, um ei­ne er­folg­rei­che Be­ja­gung von Nu­tri­as, Mar­der­hun­den und Wasch­bä­ren zu er­mög­li­chen. „Aus Kos­ten­grün­den ist ei­ne ge­bün­del­te An­schaf­fung von Fal­len sinn- voll“, sag­te sie. Mar­der­hund und Wasch­bär leb­ten be­vor­zugt in feuch­ten Ge­bie­ten, so dass der Ein­satz von Be­ton­roh­ro­der Holz­kas­ten-fal­len für die Be­ja­gung bei­der Ar­ten ge­eig­net sei.

Ernst-die­ter Meine­cke, Vor­sit­zen­der der Jä­ger­schaft Gif­horn und Mit­glied der Cdu-kreis­tags­frak­ti­on, un­ter­stricht die Not­wen­dig­keit des An­trags. So sei­en von den fast 2000 Jä­ge­rin­nen und Jä­gern im Jagd­jahr 2017 ge­nau 1740 Nu­tri­as, 275 Wasch­bä­ren und 378 Mar­der­hun­de zur Stre­cke ge­bracht wor­den. „Das ist auch in Zu­kunft ei­ne Rie­sen­auf­ga­be für die Jä­ger­schaft – al­le drei Tier­ar­ten sind in gro­ßer Stück­zahl vor­han­den, denn sie ha­ben kei­ne na­tür­li­chen Fein­de“, er­klär­te Meine­cke.

Das ist auch in Zu­kunft ei­ne Rie­sen­auf­ga­be für die Jä­ger­schaft. Ernst-die­ter Meine­cke Vor­sit­zen­der der Jä­ger­schaft

AR­CHIV

Sor­gen für Ver­druss: Nu­tria sol­len nun ver­stärkt be­kämpft werden.

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