Der Bre­mer Jo­jo-ef­fekt

Jo­han­nes und Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein heu­te ge­mein­sam in der Wer­der-start­elf?

Aller-Zeitung - - SPORT - VON TO­BI­AS BRINK­MANN

BRE­MEN. Nach dem Durch­bruch von Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein ist auch Bru­der Jo­han­nes in den Fo­kus bei Wer­der Bre­men ge­rückt. Bei­de kom­men aus Han­no­ver, kom­men aber in Bre­men groß raus. Der An­grei­fer steht nach star­ken Leis­tun­gen vor sei­ner Start­elf-pre­mie­re in der Bun­des­li­ga.

Der 21 Jah­re al­te Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein ge­hört zu den Leis­tungs­trä­gern bei Wer­der und ist wich­ti­ger Be­stand­teil beim Ta­bel­len­sechs­ten. Ei­ne Be­ru­fung des U-21-na­tio­nal­spie­lers durch Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw in die Dfb-aus­wahl scheint nur noch ei­ne Fra­ge der Zeit zu sein. In Jo­han­nes stürmt bei den Bre­mern nun ein zwei­ter Eg­ge­stein in den Vor­der­grund. Der jün­ge­re Bru­der könn­te ge­gen Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach heu­te (15.30 Uhr) erst­mals in der Bun­des­li­ga in die Start­elf rü­cken.

„Er ist nah dran“, be­schrieb Wer­der-trai­ner Flo­ri­an Koh­feldt die Chan­cen von „Jo­jo“für ei­nen Ein­satz von Be­ginn an. „Es gibt die Va­ri­an­te mit ihm in der Start­elf. Sein Na­me stand be­reits häu­fig an der Ta­fel.“Und auch der 20-Jäh­ri­ge spürt, dass nach sei­nen Leis­tun­gen in den ver­gan­ge­nen Wo­chen nicht mehr viel fehlt. „Ich bin so dicht dran wie noch nie“, sag­te Jo­han­nes Eg­ge­stein, der bis­lang auf zwölf Bun­des­li­ga-ein­sät­ze als Ein­wech­sel­spie­ler kam.

Ge­gen Wolfs­burg (2:0) ge­lang ihm als Jo­ker sein ers­ter Li­ga-tref­fer. Beim Dfb-po­kal­er­folg ge­gen den SC Wei­che Flens­burg (5:1) in Lü­beck stand er erst­mals vom An­pfiff an auf dem Ra­sen. Ge­mein­sam mit dem dop­pelt so al­ten Clau­dio Pi­zar­ro über­zeug­te der Ju­nio­ren-na­tio­nal­spie­ler im An­griff. Auch bei der 1:2-Nie­der­la­ge in Mainz kam nach sei­ner Ein­wechs­lung neu­er Schwung in die bis da­hin stark ver­un­si- cher­te Bre­mer Elf. Sei­ne Vor­la­ge nutz­te Rou­ti­nier Pi­zar­ro zum 1:2. „Er hat an­ge­fan­gen, sei­ne Mo­men­te zu nut­zen“, sag­te Coach Koh­feldt.

Da­für hat Jo­han­nes Eg­ge­stein sei­ne „Kom­fort­zo­ne ver­las­sen“, wie es Koh­feldt be­schrieb. „Er hat sich die Ka­der­plät­ze er­ar­bei­tet, er hat sei­ne Ein­sät­ze nicht ge­schenkt be­kom­men.“Durch die Spiel­pra­xis hat er auch in der Mann­schaft ein an­de­res Stan­ding be­kom­men. „Ich bin selbst­be­wuss­ter ge­wor­den“, er­klär­te der An­grei­fer. „Ich kann mich auch in der Ka­bi­ne gut be­haup­ten.“

Was auch an Sturm-part­ner Pi­zar­ro liegt. Der treff­si­chers­te aus­län­di­sche Tor­jä­ger der Bun­des­li­ga-ge­schich­te ist ein wich­ti­ger An­lauf­punkt auf und ne­ben dem Platz. „Er hilft uns jun­gen Spie­lern im­mer. Er gibt ei­nem ein gu­tes Ge­fühl. Durch sei­ne Au­ra ver­leiht er Ru­he“, schwärm­te Jo­han­nes Eg­ge­stein vom Pe­rua­ner. Koh­feldt er­gänz­te: „Bei Clau­di­os Ein­wechs­lung gibt es ei­nen Pi­zar­ro-ef­fekt. Jetzt gibt es auch ei­nen Jo­jo-ef­fekt.“

Was bei­de Eg­ge­steins ne­ben der sport­li­chen Ent­wick­lung eint: Sie ste­hen nicht mehr lan­ge an der We­ser un­ter Ver­trag. Der Kon­trakt von Jo­han­nes en­det am En­de der lau­fen­den Sai­son, Ma­xi­mi­li­an ist noch bis zum 30. Ju­ni 2020 ge­bun­den. Wer­der möch­te mit bei­den Eg­ge­steins ver­län­gern, wer­den aber viel Kon­kur­renz be­kom­men. Sie sind sehr be­gehrt. Die Brü­der be­to­nen aber auch, sich in Bre­men wohl­zu­füh­len. „Ich se­he im Mo­ment ei­ne po­si­ti­ve Ent­wick­lung. Der­zeit bin ich po­si­tiv ge­stimmt“, sag­te Jo­han­nes und macht den Wer­der-fans Hoff­nung auf ei­nen Ver­bleib.

Han­no­ver ruft: Jo­han­nes Eg­ge­stein (rechts) ju­belt mit Max Kru­se und Bru­der Ma­xi­mi­li­an nach sei­nem Tor ge­gen Wolfs­burg.

FO­TO: DPA

För­de­rer der Eg­ge­steins: Wer­der-trai­ner Flo­ri­an Koh­feldt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.