„Die Vor­freu­de ist bei al­len groß“

Die Grup­pen für die Welt­meis­ter­schaft der Frau­en im kom­men­den Jahr in Frank­reich wer­den aus­ge­lost

Aller-Zeitung - - SPORT - VON FRANK HELLMANN

PA­RIS. Der Schau­platz für ei­nen er­le­se­nen Zir­kel des Frau­en­fuß­balls scheint gut ge­wählt. Im Kul­tur­zen­trum La Sei­ne Mu­si­cal auf der Fluss­in­sel im Süd­wes­ten von Pa­ris fin­det am Sonn­abend (18 Uhr) die Aus­lo­sung der Frau­en-wm 2019 in Frank­reich (7. Ju­ni bis 7. Ju­li) statt. Die neue deut­sche Bun­des­trai­ne­rin Mar­ti­na Voss-teck­len­burg freut sich auf die Pro­ze­dur, nach der sechs Vie­rer­grup­pen und da­mit auch der mög­li­che Weg bis ins Fi­na­le fest­ste­hen. „Vie­le Mann­schaf­ten wer­den Deutsch­land nicht in ei­ner Grup­pe wol­len“, sag­te sie bei ih­rer Vor­stel­lung, „wir sind im­mer noch die Num­mer zwei der Welt.“

An­ders als die Män­ner ste­cken die Frau­en noch im ers­ten Los­topf: Beim Tur­nier in Frank­reich blei­ben ih­nen da- mit Welt­meis­ter USA, Frank­reich, der Wm-drit­te En­g­land, Ka­na­da und Aus­tra­li­en er­spart. Die schwie­rigs­te Grup­pe wä­re ei­ne Kon­stel­la­ti­on mit Eu­ro­pa­meis­ter Nie­der­lan­de, Spa­ni­en oder Vi­ze­welt­meis­ter Ja­pan aus Topf zwei und Chi­na oder Ita­li­en aus Topf drei. Da aber selbst die vier bes­ten Grup­pen­drit­ten noch das Ach­tel­fi­na­le er­rei­chen, soll­te das Über­ste­hen der ers­ten Tur­nier­pha­se Form­sa­che sein.

Als Los­fee fun­giert nicht nur der fran­zö­si­sche Welt­meis­ter­coach Di­dier De­schamps, son­dern auch die ehe­ma­li­ge Bun­des­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes. Die glück­lo­se Vor­gän­ge­rin von Voss-teck­len­burg mach­te bis zu­letzt um Be­geg­nun­gen mit Dfb-ver­tre­tern ei­nen gro­ßen Bo­gen. Nun wird die Frank­fur­te­rin zwangs­läu­fig der deut­schen De­le­ga­ti­on be­geg­nen. Ver­gan­gen­heit und Zu­kunft im deut­schen Frau­en­fuß­ball kom­men da­mit auf der Sei­neIn­sel un­ge­wollt noch ein­mal zu­sam­men.

Die neue Amts­in­ha­be­rin dürf­te in ers­ter Li­nie dar­an in­ter­es­siert sein, wer Geg­ner ist und wo ge­spielt wird. „Die Vor­freu­de auf die WM und die Aus­lo­sung ist bei uns al­len groß“, sagt Voss-teck­len­burg, die erst im An­schluss ent­schei­den will, ob das deut­sche Team ähn­lich wie bei der EM 2017 in den Nie­der­lan­den ein Ba­sis­quar­tier be­zieht oder ein­fach den zu­ge­teil­ten Spiel­or­ten folgt. Letz­te­res könn­te we­gen der wei­ten Ent­fer­nun­gen mehr Sinn er­ge­ben.

Das Er­öff­nungs­spiel mit den Fran­zö­sin­nen steigt im Pa­ri­ser Prin­zen­park, bei­de Halb­fi­nals und das Fi­na­le fin­den dann in Lyon statt, wo der Frau­en­fuß­ball über den Trend­set­ter Olym­pi­que Lyon mit der deut­schen Na­tio­nal­spie­le­rin Dz­se­ni­fer Ma­roz­san ei­ne ho­he Wert­schät­zung ge­nießt. „Die Vor­freu­de auf das Fi­nal­wo­chen­en­de ist schon jetzt zu spü­ren“, be­rich­tet die Lyo­ner Spiel­ma­che­rin. Sie dürf­te auch ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len, wenn die DFBAus­wahl bei ei­nem Lehr­gang im März auf Frank­reich-rei­se geht.

Zu­vor wird die Bun­des­trai­ne­rin ei­nen er­wei­ter­ten Ka­der erst­mals am 14. Ja­nu­ar für ein gut ein­wö­chi­ges Trai­nings­la­ger im spa­ni­schen Mar­bel­la ver­sam­meln. Die Teil­nah­me an ei­nem Test­tur­nier wie dem Al­gar­ve-cup hat Voss-teck­len­burg nicht ge­plant, weil ihr die Zeit fürs Trai­ning wich­ti­ger ist. Dort gilt für sie ein­ge­denk der kur­zen Vor­be­rei­tungs­zeit: „Wir wer­den je­den Tag und je­de Se­kun­de nut­zen. Das ist kei­ne Plat­ti­tü­de.“Ei­nen er­klär­ten Wm-fa­vo­ri­ten be­nennt die ehe­ma­li­ge Schwei­zer Na­tio­nal­trai­ne­rin nicht: „Es wird fünf oder sechs Teams ge­ben, die den An­spruch ha­ben, um den Ti­tel zu spie­len.“Deutsch­land selbst­ver­ständ­lich auch.

Wir wer­den je­den Tag und je­de Se­kun­de nut­zen. Das ist kei­ne Plat­ti­tü­de.

Mar­ti­na Voss-teck­len­burg, Frau­en-bun­des­trai­ne­rin

FO­TO: AR­NE DE­DERT /DPA

Mar­ti­na Voss-teck­len­burg

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