Braunschweig vor dem Kol­laps

Auch Prä­si­dent Ebel will auf­hö­ren. Ab­stieg und Mil­lio­nen­ver­lus­te dro­hen. Heu­te kommt Hal­le.

Aller-Zeitung - - SPORT -

BRAUNSCHWEIG. Ein­tracht Braunschweig bricht aus­ein­an­der. Das wur­de bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung deut­lich, die am Don­ners­tag erst ge­gen Mit­ter­nacht en­de­te. Und ei­ne Über­ra­schung her­vor­brach­te: Prä­si­dent Se­bas­ti­an Ebel zieht sich zu­rück.

„Es ist Zeit, die­ses Amt in an­de­re Hän­de ab­zu­ge­ben, um dem Wunsch nach grund­sätz­li­cher Er­neue­rung Rech­nung zu tra­gen“, sag­te der 55-Jäh­ri­ge, der seit 2007 im Amt ist. Wenn ein Nach­fol­ger ge­fun­den sei, wer­de er sein Amt „kurz­fris­tig, spä­tes­tens zur nächs­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung, nie­der­le­gen“, so Ebel. Der Ver­eins­chef, der als sol­cher auch Auf­sichts­rats-vor­sit­zen­der der Gm­bh ist hat ein zer­mür­ben­des Jahr 2018 hin­ter sich. Mit sport­li­chem Miss­er­folg und of­fen­bar auch Gr­a­ben­kämp­fen bis­her un­ge­ahn­ten Aus­ma­ßes. Ein In­diz da­für ist ein Zitat des

Noch da: Ein­tracht Braun­schweigs Prä­si­dent Se­bas­ti­an Ebel will das sin­ken­den blau-gel­be Schiff so schnell wie mög­lich ver­las­sen.

vor­zei­tig aus­schei­den­den Ge­schäfts­füh­rers Soe­ren Oli­ver Voigt, der in ei­ner der – nor­ma­ler­wei­se glatt­ge­bü­gel­ten – Pres­se­mit­tei­lun­gen von „in­ter­nen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten der ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­te“sprach.

Vie­les er­in­nert mitt­ler­wei­le an den Zweit­li­ga-ab­stieg 2007, der ei­ne sei­ner Ur­sa­chen in Zer­würf­nis­sen in­ner­halb der Füh­rungs­ebe­ne hat­te. Da­mals ver­lor die Ein­tracht mas­sen­haft Per­so­nal, auch seit dem Ab­stieg 2018 gab und gibt es rei­hen­wei­se Ab­schie­de: Kom­mu­ni­ka­ti­ons-che­fin weg, fast al­le Trai­ner weg, fast al­le Spie­ler weg, Sport­li­cher Lei­ter weg, Ge­schäfts­füh­rer weg, Prä­si­dent weg – ge­nau wie 2007. Und wie­der droht im Fol­ge­jahr der Ab­sturz in die Viert­klas­sig­keit. Nichts Gu­tes ver­heißt je­doch die Rück­zugs­be­grün­dung von Ex-auf­sichts­rat Ul­rich Mar­kurth, der für sich als Ober­bür­ger­meis­ter ei­nen Rol­len­kon­flikt sieht: „Es kom­men wirt­schaft­lich schwe­re Zei­ten auf den Ver­ein zu, er wird die Stadt brau­chen.“Nach rund 2,7 Mil­lio­nen Eu­ro Ge­winn aus der Ab­stiegs­sai­son wird für die lau­fen­de Sai­son mit 5 Mil­lio­nen Eu­ro Ver­lust ge­rech­net. Im Win­ter sol­len noch mal er­fah­re­ne Spie­ler ge­holt wer­den – das steht längst fest.

Fuß­ball wird den­noch wei­ter ge­spielt, und da steht heu­te (14 Uhr) das Heim­spiel ge­gen Hal­le an. Trai­ner André Schu­bert hat Ein­tracht-le­gen­de Marc Pfitz­ner (34) zu den Pro­fis hoch­ge­zo­gen. Der ge­bür­ti­ge Braun­schwei­ger kehr­te im Som­mer nach zwei Jah­ren bei Wer­der II zur Re­ser­ve der Blau-gel­ben zu­rück.

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