Mi­nis­te­rin will mehr Frau­en in Voll­zeit

Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf: Rei­mann sieht Nach­hol­be­darf in Nie­der­sach­sen

Aller-Zeitung - - NIEDERSACHSEN & DER NORDEN - VON MICHA­EL B. BERGER

HAN­NO­VER. Nie­der­sach­sens So­zi­al­mi­nis­te­rin Ca­ro­la Rei­mann (SPD) fin­det, dass an­ge­sichts des Fach­kräf­te­man­gels viel mehr Frau­en von Teil­zei­tin Voll­zeit­jobs wech­seln soll­ten und könn­ten. „Auf den Neu­jahrs­emp­fän­gen wird der­zeit über­all über den Fach­kräf­te­man­gel ge­klagt und auf die Zu­wan­de­rung hin­ge­wie­sen. Da­bei ha­ben wir in den teil­zeit­be­schäf­tig­ten Frau­en ein rie­si­ges Po­ten­zi­al, das noch zu he­ben ist“, sag­te die So­zi­al- und Frau­en­mi­nis­te­rin. Sie kün­dig­te ein Hand­lungs­kon­zept der Lan­des­re­gie­rung zur bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie an.

Rund die Hälf­te al­ler in Nie­der­sach­sen so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig be­schäf­tig­ten Frau­en ar­bei­ten nach An­ga­ben des So­zi­al­mi­nis­te­ri­ums in Teil- zeit, das heißt, we­ni­ger als 32 St­un­den pro Wo­che. Im Schnitt sei­en 60,5 Pro­zent al­ler Müt­ter und 83,6 Pro­zent al­ler Vä­ter mit Kin­dern un­ter 18 Jah­ren er­werbs­tä­tig. Wäh­rend nur je­der 18. Va­ter in Teil­zeit ar­bei­te, sei­en aber drei von vier Müt­tern in Teil­zeit­jobs be­schäf­tigt. Bei ei­ner Be­fra­gung des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes un­ter teil­zeit­be­schäf­tig­ten Müt­tern und Vä­tern hät­ten mehr als 80 Pro­zent der Müt­ter fa­mi­liä­re Grün­de für ih­re re­du­zier­te Er­werbs­tä­tig­keit ge­nannt.

„Wir ha­ben vie­le gut aus­ge­bil­de­te Frau­en, die sich vor al­lem ei­ne bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf wün­schen. Das heißt: In die­sem The­ma ist noch Mu­sik drin“, sagt die Mi­nis­te­rin. Sie will in ers­ter Li­nie für die Voll­zeit wer­ben, aber auch ein flä­chen­de­ckend be­reits exis­tie­ren­des Sys­tem des Lan­des für ver­schärf­te Be­ra­tung und Hil­fe­stel­lung nut­zen. So ge­be es das Pro­gramm „Ko­or­di­nie­rungs­stel­len Frau­en und Wirt­schaft“, das mit 25 Stel­len lan­des­weit Be­ra­tungs­ar­beit leis­tet und das vom So­zi­al­mi­nis­te­ri­um wei­ter ge­för­dert wer­de.

Die­se 25 Ko­or­di­nie­rungs­stel­len ar­bei­te­ten über re­gio­na­le Netz­wer­ke mit rund 1400 über­wie­gend klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men zu­sam­men, er­läu­tert Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher Uwe Hil­de­brandt. Es zei­ge sich ganz klar, dass Nie­der­sach­sen bei der Er­werbs­tä­tig­keit von Müt­tern Nach­hol­be­darf ha­be, be­son­ders im Ver­gleich mit ost­deut­schen Län­dern.

Nach Be­fra­gun­gen hät­ten 7,7 Pro­zent der ab­hän­gig Be­schäf­tig­ten den Wunsch ge­äu­ßert, mehr als nur in Teil­zeit­jobs zu ar­bei­ten. Das sei­en hoch­ge­rech­net mehr als 263800 Per­so­nen. In Nie­der­sach­sen sind nach dem Mi­kro­zen­sus 2017 gut 3,94 Mil­lio­nen Men­schen er­werbs­tä­tig, dar­un­ter 1,82 Mil­lio­nen Frau­en. Die Hälf­te von ih­nen in Teil­zeit.

FOTO: HAU­KE-CHRIS­TI­AN DITTRICH/DPA

„Ein rie­si­ges Po­ten­zi­al, das noch zu he­ben ist“: So­zi­al­mi­nis­te­rin Ca­ro­la Rei­mann.

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