Schi­ri-ver­söh­nung und Ge­gen­tor-frust: Der VFL nach dem 3:3 in Frei­burg

Bei Be­such aus der Hei­mat: Stef­fen trifft nach län­ge­rer Durst­stre­cke

Aller-Zeitung - - ERSTE SEITE - VON TIM LÜDDECKE

Drei­mal ge­führt, drei­mal noch den Aus­gleich kas­siert – und am En­de nur dank des Vi­deo­as­sis­ten­ten nicht ver­lo­ren: Das 3:3 des Wolfs­bur­ger Fuß­ball-bun­des­li­gis­ten am Sams­tag in Frei­burg war ein ir­res Fuß­ball­spiel, nach dem Trai­ner Bru­no Lab­ba­dia ei­ne Lan­ze für die Schi­ris brach.

FREI­BURG. 15 Spie­le hat­te es ge­dau­ert, bis Re­na­to Stef­fen sei­nen drit­ten Sai­son­tref­fer für den Fuß­ball-bun­des­li­gis­ten VFL Wolfs­burg er­ziel­te. Die Art und Wei­se ent­schä­dig­te dann al­ler­dings et­was für die­se Durst­stre­cke. Mit ei­nem Schlen­zer ver­wer­te­te der Schwei­zer die for­mi­da­ble Ha­cken-vor­ar­beit von Wout Weg­horst, traf zum zwi­schen­zeit­li­chen 3:2 beim 3:3 in Frei­burg. Beim Ju­bel bil­de­te er mit sei­nem Dau­men und dem Zei­ge­fin­ger ein L.

„Das war für mei­nen Sohn Li­an“, er­klär­te Stef­fen, der nun auch ger­ne wie­der öf­ter ju­beln wür­de. „Die­ses Mal hat es end­lich ge­klappt. Ich ha­be lan­ge für die­ses Tor ge­braucht, aber ich wer­de pro­bie­ren, dar­an wei­ter an­zu­knüp­fen.“Die Co-pro­duk­ti­on mit Weg­horst sei vor­her ein­stu­diert wor­den. „Wir ha­ben das trai­niert, wie wir ihn an­spie­len, er hat ihn dann sehr gut durch­ge­steckt.“

Schon in der Nach­spiel­zeit der ers­ten Hälf­te hät­te die­se Kom­bi­na­ti­on zu ei­nem Tref­fer füh­ren kön­nen, als Stef­fen ei­nen Kon­ter ein­fä­del­te, Weg­horst auf dem lin­ken Flü­gel steil schick­te – und im Straf­raum per Qu­er­pass zu­rück be­dient wur­de. Der Wolfs­bur­ger ging nach ei­nem Kon­takt mit Frei­burgs Chris­ti­an Gün­ter al­ler­dings zu Bo­den. Ein Elf­me­ter? „Der Ball von Wout war nicht so gut, ein biss­chen in den Rü­cken ge­spielt. Aber der Kon­takt war da, wenn er mich nicht be­rührt, kann ich trotz­dem noch den Schritt ma­chen und den Ball rein­schie­ben“, so Stef­fen, „es ist ei­ne Fif­ty-fif­ty-ent­schei­dung. Man­che Schi­ris pfei­fen das, man­che nicht. Er hat es nicht ge­macht, wir ha­ben die Sze­ne ab­ge­hakt und sind bes­ser aus der Pau­se ge­kom­men.“

Auch Stef­fen, der auch von der Nä­he zu sei­ner Hei­mat ge­pusht wur­de, war nach dem Wech­sel stär­ker. „Es ist nicht weit, von Ba­sel sind wir 45 Mi­nu­ten ent­fernt, wo mei­ne Fa­mi­lie her­kommt, ist es et­wa ei­ne St­un­de“, so der 27-Jäh­ri­ge, „es wa­ren sehr vie­le da, Fa­mi­lie und Ver­wandt­schaft, viel­leicht hat es mich ein biss­chen be­flü­gelt. Ich bin ein Typ, der sehr fa­mi­li­är ist und es braucht, die Un­ter­stüt­zung zu spü­ren.“

Im 4-3-3 durf­te er dies­mal wie­der auf dem rech­ten Flü­gel ran, nach­dem er in den ver­gan­ge­nen bei­den Spie­len als hän­gen­de Spit­ze ne­ben Weg­horst auf­ge­bo­ten wor­den war. Die bes­se­re Po­si­ti­on für ihn? „Es ist schwie­rig zu sa­gen, ich spie­le bei­des gut. Ge­gen Leip­zig war es schwie­rig, sich ge­gen sol­che Kan­ten durch­zu­set­zen. Von au­ßen kann ich ein biss­chen bes­ser mit Speed in die frei­en Räu­me lau­fen.“

Je­den­falls hät­te die Wolfs­bur­ger Mann­schaft be­wie­sen, dass sie trotz der Aus­fäl­le von Da­ni­el Ginc­zek und Ad­mir Meh­me­di of­fen­siv funk­tio­nie­ren kann. „Man darf un­ser Spiel nicht nur von zwei Spie­lern ab­hän­gig ma­chen“, be­tont Stef­fen, „ich bin froh, dass wir drei ver­schie­de­ne Schüt­zen ha­ben. Wir dür­fen jetzt nicht war­ten, bis die an­de­ren zu­rück­kom­men, son­dern müs­sen wei­ter To­re schie­ßen. Und wenn sie wie­der kom­men, ha­ben wir noch mehr Tor­ge­fahr.“

IMAGO REGIOS24/38755463

„Das war für mei­nen Sohn Li­an“: Re­na­to Stef­fen be­ju­bel­te sei­nen Tref­fer mit ei­ner be­son­de­ren Ges­te.

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