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Aller-Zeitung - - NETZWELT -

Sie al­le ken­nen He­li­ko­pter­el­tern. Das sind die Ma­mas und Pa­pas, in de­ren Le­ben es sich aus­schließ­lich um das ver­meint­li­che Wohl des ei­ge­nen Kin­des dreht. Ei­gent­lich ja ei­ne gu­te Sa­che, wenn die­se Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten es nicht im­mer so maß­los mit der Für­sor­ge und Über­wa­chung des Nach­wuch­ses über­trei­ben wür­den.

He­li­ko­pter­el­tern wol­len im­mer in der Nä­he ih­rer Kin­der sein, sie um­krei­sen sie. Und da­mit wä­ren wir auch schon bei den so­ge­nann­ten Ra­sen­mä­her­el­tern. Je­nen Men­schen, die nicht per­ma­nent um ih­re Kin­der her­um­schwir­ren, son­dern wie ein Bull­do­zer vor ih­nen her­lau­fen. Al­les, was ir­gend­wie ih­ren Klei­nen im Weg in Rich­tung ver­meint­li­ches Le­bens­glück ste­hen könn­te, wird kon­se­quent und oh­ne Rück­sicht auf Ver­lus­te ab­ge­räumt.

Ra­sen­mä­her­el­tern sind häu­fig ge­bil­det und be­ruf­lich er­folg­reich. Und so sol­len ge­fäl­ligst auch ih­re Kin­der wer­den. Der Sohn ist nicht der Bes­te in Ma­the? Kein Pro­blem, dann macht Ma­ma halt re­gel­mä­ßig die Haus­auf­ga­ben. Die Toch­ter ist nur zwei­te Wahl im Hand­ball­tor? Dann nervt der Pa­pa so lan­ge den Trai­ner, bis sie die Po­si­ti­on des Stamm­kee­pers hat.

Egal wel­che Pro­ble­me oder wel­che Auf­ga­ben auf die lie­ben Klei­nen war­ten – Ra­sen­mä­her­el­tern lö­sen sie stell­ver­tre­tend für ih­re Kin­der. Dass das zu ei­ni­gen Pro­ble­men im wei­te­ren Le­bens­ver­lauf des Nach­wuch­ses führt, ist un­aus­weich­lich. Die Kin­der sind zur Pas­si­vi­tät ver­dammt. Selbst­stän­dig­keit lernt man so nicht. Und schon gar nicht den Um­gang mit Nie­der­la­gen und dem ei­ge­nen Ver­sa­gen.

Er­schwe­rend kommt da­zu, dass Ra­sen­mä­her­el­tern dank ih­res ego­zen­tri­schen Be­neh­mens und der to­ta­len Über­be­wer­tung des ei­ge­nen Gen­pools häu­fig klei­ne ego­ma­ne Ra­sen­mä­her­kin­der er­zie­hen – die ein So­zi­al­ver­hal­ten wie ei­ne of­fe­ne Ho­se ha­ben – die al­so kei­ne Rück­sicht auf ih­re Mit­men­schen neh­men, um auch im wei­te­ren Le­bens­ver­lauf die ei­ge­nen Zie­le zu er­rei­chen. Vor­aus­ge­setzt, ir­gend­je­mand er­le­digt die ge­sam­te Ar­beit für sie.

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